Kreis Lörrach Etliche Betten bleiben leer

In den Jugendherbergen im Land ist der Betrieb wieder angelaufen. Auch in der Hellmut Waßmer-Jugendherberge in Lörrach darf wieder genächtigt werden. Es gibt natürlich einige Hygiene- und Sicherheitsregeln wegen Corona. Foto: Gerd Lustig

Kreis Lörrach - So liebenswert, faszinierend und unkonventionell Jugendherbergen auch sind, so empfindlich hat sie das Corona-Virus getroffen. Nach monatelanger Schließung durften die Häuser im Land mittlerweile wieder öffnen.

Unter den wiedereröffneten Häusern befinden sich auch die beiden dem Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) angeschlossenen Betriebe in Lörrach und Todtnauberg sowie die privat geführte Familien- und Jugendherberge Hofplatz in Kandern, allesamt im hiesigen Landkreis Lörrach gelegen.

Zumindest ein wenig atmen dadurch die jeweiligen Leiter der Jugendherbergen auf. Der Betrieb kann indes coronabedingt nur mehr oder weniger eingeschränkt (kein Buffet, Abendessen nur auf Vorbestellung, kleineres Platzangebot) laufen – und das wird auch noch eine ganze Weile so bleiben.

„Es ist alles eine echte Herausforderung“, erklärt Michael Häringer, der seit März gemeinsam mit Ehefrau Simone die Hellmut Waßmer Jugendherberge in Lörrach auf dem Salzert leitet und zuvor in Neustadt tätig war. „Wir freuen uns aber, dass wir überhaupt wieder arbeiten können und dürfen“, erklärt er für sich und die vier Vollzeit- und drei Teilzeitkräfte nebst Aushilfen. Zuvor waren alle Beschäftigten des DJH in Kurzarbeit.

Familien, Reisende und Freizeitgruppen

Auffälligste Veränderung gegenüber dem Betrieb in Zeiten vor Corona: Derzeit machen Familien die Hauptklientel aus, welche die Jugendherberge nutzen. Dazu kommen in- und ausländische Reisende sowie auch einige Freizeitgruppen und Vereine, die das Übernachten für schmalere Geldbeutel in Anspruch nehmen.

Und auch wenn das DJH inzwischen von einem maximal möglichen Belegungsgrad von 50 Prozent abgerückt ist, weil dies die baulichen Voraussetzungen und auch die Gästezusammensetzung hergeben, bleiben doch etliche der insgesamt 170 verfügbaren Betten in 35 Zimmern leer.

Was nämlich gänzlich fehlt, sind Schulklassen. Und das wird auch noch bis Ende Februar 2021 so bleiben. Denn Kultusministerin Susanne Eisenmann hat Ausflüge in Jugendherbergen für Schüler bis dahin untersagt. „Ich sehe daher schon ein wenig schwarz“, sagt Platzhofleiterin Sabine König. Denn Schulklassen seien nun mal das Hauptgeschäft gewesen. Derzeit sind eher Familien da, die vorwiegend wegen der Reitangebote kommen.

Das Beste aus der Situation machen

„Wir müssen halt das Beste aus der Situation machen“, sagt König. Was sie kürzlich sehr motiviert und gefreut hat: Dass die Klasse 4b der Neuenburger Grundschule, die gebucht hatte, aber nicht kommen durfte, ihre Klassenkasse für Tierfutter gespendet hat.

Seit Ende Juli hat auch die Jugendherberge Fleinerhaus Todtnauberg wieder geöffnet. „Wir sind froh, dass der Betrieb wieder angelaufen ist“, erklärt Leiter Kai Trumpold. Noch hält sich der Umtrieb auf dem Radschert oberhalb der Gemeinde in 1150 Meter Seehöhe in Grenzen, und alles kann mit zwei Hauptamtlichen gestemmt werden.

„Es kommen aber täglich Buchungen von Familien und Kleingruppen sowie Anfragen rein“, heißt es in dem in „normalen“ Jahren sommers wie vor allem winters beliebten 145 Betten-Haus. Aber wie gesagt: „Die Schulklassen werden uns schon sehr fehlen, wir müssen sehen, wie wir über die Runden kommen“, sagt der Herbergsvater.

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