Kreis Lörrach Für breites Wirkungsfeld

Die Redakteurin Marie-José Rosenwald und der Soziologe Bernd Winter arbeiteten hauptamtlich für das Netzwerk Inklusion. Foto: Marco Fraune Foto: Die Oberbadische

Von Peter Ade

Inklusion bedeutet Chance und Herausforderung zugleich. Es besteht eine große gesellschaftliche Aufgabe, Menschen mit Handicap in allen Bereichen nach ihren persönlichen Fähigkeiten aktiv mitwirken zu lassen – in Kultur, Sport, Freizeit und auch in der Arbeitswelt.

Kreis Lörrach. In dem festen Willen, die UN-Behindertenrechtskonvention aus dem Jahr 2009 „vor Ort“ mit Leben zu erfüllen, wurde im Landkreis unter der Schirmherrschaft von Landrätin Marion Dammann am 1. März 2013 das „Netzwerk Inklusion“ ins Leben gerufen. Als Kooperationspartner fanden sich die Lebenshilfe Lörrach, St. Josefshaus Herten, „leben + wohnen Lörrach“, die Stadt, der Landkreis, die Pestalozzischule, die Dieter-Kaltenbach-Stiftung und der Behindertenbeirat Lörrach.

Die Ergebnisse der auf drei Jahre festgelegten Projektarbeit liegen vor (wir berichteten ausführlich). Sie sollen einer breiten Öffentlichkeit vermittelt werden und haben vor allem das Ziel, möglichst viele Menschen für das Thema zu sensibilisieren. Weiterhin ist beabsichtigt, unterschiedliche Akteure aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen an einen Tisch zu bringen. Politik, Verwaltung, Träger der Behindertenhilfe und Betroffene sind gefordert, weitere inklusive Konzepte zu entwickeln.

Wichtiger Teil der Arbeit in der Projektgruppe war die Medienkooperation. Über einen längeren Zeitraum hinweg beleuchtete unsere Zeitung unterschiedliche Perspektiven zum Thema Inklusion. In insgesamt 14 Zeitungsartikeln berichteten vier Menschen mit Behinderung als freie Mitarbeiter aus ihrem Leben.

Als besonders nachhaltig entpuppte sich das Netzwerk-Projekt „Sport für Alle“ in der Neumattschule Lörrach: Im Oktober 2014 waren sämtliche 300 Sportvereine im Landkreis, weitere Sportbegeisterte sowie Vertreter der Kommunen eingeladen. Rund 120 Menschen haben teilgenommen.

Vereine, Institutionen und Einzelpersonen zogen an einem Strang. Zahlreiche befragte Besucher versicherten in einer Rückmeldung, dass sie wertvolle Anregungen für ihre zukünftige Arbeit bekommen haben.

Publikation „Eine Region macht sich auf den Weg“

Eine vom Netzwerk erstellte Publikation mit dem Titel „Eine Region macht sich auf den Weg – Inklusion im Landkreis Lörrach“ (siehe Internetseite) informiert eindrucksvoll, wo Inklusion bereits gelebter Alltag ist – in der Schule, am Arbeitsplatz, im Wohnumfeld und in der Lokalpolitik.

Zur Sprache kommt aber auch, wo Menschen mit Behinderung im Landkreis noch nicht oder nur eingeschränkt am Leben teilhaben können. Darüber hinaus werden durch Fallbeispiele Anknüpfungspunkte aufgezeigt, wie sich Kommunen, Politik, Arbeitgeber, Vermieter und Verwaltungen für Inklusion einsetzen können.

Seit Jahresbeginn ist Diane Kreft die erste hauptamtliche Beauftragte des Landkreises Lörrach für die Belange von Menschen mit Behinderung. Der Kreis ging damit einen weiteren Schritt, um deren Gleichstellung zu verwirklichen, die Rahmenbedingungen für Betroffene in unterschiedlichen Lebensbereichen zu verbessern und Inklusion aktiv voranzutreiben.

Sozialdezernentin Elke Zimmermann-Fiscella wertet das Angebot des Landkreises als „große Chance, ein deutlich breiteres und nachhaltigeres Wirkungsspektrum zu schaffen“. Ziel müsse es sein, Berührungsängste abzubauen und den Gedanken der Inklusion kreisweit für die Menschen selbstverständlich und erlebbar zu machen.

u www.netzwerk-inklusion-loerrach.de

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