Kreis Lörrach Gegen gesellschaftlichen Stillstand

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Tauschten sich aus: Vertreter von Beratungsorganisationen, Mitglieder des Arbeitskreises Frauen- und Geschlechterpolitik und die lokale LGBTQIA+-Gemeinschaft. Foto: Schennen

Kreis Lörrach (chs). Im Büro der Grünen Lörrach hat am Dienstag ein erstes „Queeres Forum“ stattgefunden. Veranstalter war der Arbeitskreis Frauen- und Geschlechterpolitik. Menschen, die sich zur LGBTQIA+-Community zählen, tauschten sich über ihre Situation aus. Die Buchstabenfolge steht für lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle/Transgender-, queere, intersexuelle und asexuelle Menschen.

An dem Treffen haben auch Vertreter von Pro Familia und vom Verein Fluss teilgenommen. Fluss will seine Beratungs- und Bildungsarbeit auch in den Landkreis Lörrach ausdehnen. „Wir suchen Parteien, Menschen, Städte und Kommunen, die uns unterstützen, hier queere Strukturen aufzubauen“, sagte Sandra Müller. Grünen-Kreisgeschäftsführerin Selina Thomann erklärte: „Es geht für diese Personengruppe darum, schnell und anonym Gesprächspartner zu finden. Und es geht nicht, dass man für Beratungsgespräche ständig nach Freiburg fahren muss.“

Thomann ist es wichtig, dass sich die lokale LGBTQIA+-Gemeinschaft am Dienstag vernetzt hat. Sie machte darauf aufmerksam, dass Beratungsstellen der hohen Nachfrage nach Beratung für queere Personen gar nicht Herr werden.

Das „Queere Forum“ diente der Gemeinschaft auch dazu, sich persönlich kennenzulernen. Auf Instagram findet man die Gruppe unter dem Hashtag lgbtq.treff.loerrach. Ein junger Mann sagte, die Situation für Transpersonen in Lörrach und Umgebung sei schlimm. Er kritisierte, dass es für Transpersonen im Landkreis keine Gesundheitsvorsorge gebe.

Anna-Lena Weber forderte Gleichgesinnte auf, Treffen zu organisieren. Zu den Gästen gehörte auch Pascal Haggenmüller, der Landesvorsitzende von Bündnis 90 / Die Grünen in Baden-Württemberg. Er forderte die Abschaffung des Transsexuellengesetzes und Verbesserungen für gleichgeschlechtliche Paare im Familienrecht. In den 16 Jahren vor Antritt der neuen Bundesregierung habe ein „gesellschaftpolitischer Stillstand“ geherrscht. Wichtig sei auch, so der Grüne, Transparenz im Bereich „Hasskriminalität“ zu schaffen. Opfer politischer Gewalt dürften sich nicht davor scheuen, Gewalt anzuzeigen.

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