Kreis Lörrach Gleiche Startchancen schaffen

Die Oberbadische
Mit dem Pilotprojekt „Alle dabei! Wir für die Kinder im Landkreis Lörrach“ will der Landkreis seine Präventionskette ausbauen, damit Kinder gleiche Entwicklungschancen haben. Foto: Archiv

Der Landkreis Lörrach schreibt seine Sozialstrategie fort und will seine Präventionsketten für Kinder im Alter von drei bis sieben Jahren und deren Familien ausbauen. Der Jugendhilfeausschuss hat dieser Tage ein Pilotprojekt beschlossen, das dazu beitragen soll, Sozialamtskarrieren vorzubeugen und einen Beitrag zu einer chancengerechten Entwicklung zu leisten.

Von Michael Werndorff

Kreis Lörrach. Rechtzeitig gegensteuern und vorbeugen, damit es gar nicht erst zu einer sozialen Schieflage kommt: Mit dem Projekt „Alle dabei! Wir für die Kinder im Landkreis Lörrach“ will der Kreis schon bei Kindergartenkindern ansetzen. Damit will man an das bestehende Präventionsnetz für die ersten drei Lebensjahre (Frühe Hilfen) anknüpfen, wie Carolin Eichin von der Stabsstelle Planung im Landratsamt erklärte.

Präventives Netz

Ziel sei der Aufbau eines präventiven Netzes für Kinder mit unterschiedlichen Startbedingungen, um jedem Kind eine gesunde und seinen Potenzialen entsprechende Entwicklung zu ermöglichen. Ausgangspunkt ist laut Eichin, unter deren Federführung das Projekt entwickelt wurde, die Kita. „Diese ist dabei zu stärken“, kommentierte sie die Umsetzung mit den drei Bausteinen – Lotsensystem, Weiterbildungspool und entwicklungsförderliche Hilfen. Denn: Vor dem Hintergrund zunehmender Diversität von Kindern und Familien, deren Lebenslagen und Ausgangsbedingungen leisten Kitas einen substanziellen Beitrag zur Chancengerechtigkeit. Um sich für die herausfordernde Aufgabe auf Unterschiedlichkeiten einstellen und pädagogisch reagieren zu können und sich somit im Sinne der Inklusion weiterzuentwickeln, müssen Kitas weiter gestärkt werden, heißt es in der Sitzungsvorlage.

So sollen relevante Fachpersonen und Institutionen miteinander vernetzt werden, eine inklusive Pädagogik an Kitas etabliert sowie Beratungs- und Unterstützungsangebote vor Ort ausgebaut werden.

Planungsräume

Analog der Frühen Hilfen sollen für eine bessere Erreichbarkeit und Verbindlichkeit die präventiven Netzwerke planungsräumlich unterteilt werden (Wiesental, Lörrach, Weil am Rhein/Markgräflerland und Hochrhein). In diesen wiederum werden Präventionslotsen etabliert, die sich vor Ort um Beratung und Vernetzung kümmern sollen.

Das erste Jahr ist durch eine Anschubfinanzierung des europäischen Sozialfonds (EFS) in Baden-Württemberg bis zum 31. Dezember 2022 finanziert. Dann muss der Kreis übernehmen, sollte das Pilotprojekt fortgeführt werden. Die Kosten hierfür belaufen sich laut Sitzungsvorlage dann auf rund 400 000 Euro jährlich.

Die Stimmen aus den Fraktionen waren überwiegend positiv. Bernhard Escher (CDU) begrüßte das Pilotprojekt, fürchtete aber „ein Fass ohne Boden“. SPD-Kreisrätin Gabriele Weber bezeichnete das Konzept als „absolut schlüssig“. Es sei ein sehr guter Ansatz, der dazu führe, dass Kinder gestärkt in die Schule gingen. Dass das Vorhaben ein Gewinn für alle sei, befand Annette Grether (Grüne).

Sozialdezernentin Elke Zimmermann-Fiscella verwies auf positive Effekte des Pilotprojekts. Damit ließe sich sozialstrukturell etwas verbessern. Das spare langfristig mehr Geld, als Kosten anfielen. Klar sei auch, dass die Präventionsketten im Landkreis Lörrach weiter ausgebaut werden müssten.

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