Kreis Lörrach Häusliche Gewalt nicht akzeptieren

Kreis Lörrach -  Die Zahl der vorhandenen Beherbergungsplätze im Frauenhaus Lörrach wird von derzeit 14 auf 24 erhöht. Der Sozialausschuss des Landkreises Lörrach stimmte damit einem Antrag des Vereins Frauen helfen Frauen zu, der als Trägerverein des Frauenhauses fungiert. Zugleich werde damit auch ein Zeichen gesetzt gegen die Zunahme von häuslicher Gewalt in der Corona-Pandemie, wie einige der Sitzungsteilnehmer in ihren Stellungnahmen betonten.

Im Jahr 2019 musste das Frauenhaus Lörrach 145 Frauen und 187 Kinder abweisen. Gleichzeitig waren neun Frauen aus dem Landkreis Lörrach insgesamt 1051 Tage in anderen Frauenhäusern untergebracht, während 15 Frauen aus anderen Landkreisen 1200 Tage in Lörrach untergebracht waren, wie es in der Beschlussvorlage heißt.

Das Frauenhaus betont aber in einer Stellungnahme, dass die Zahl der abgewiesenen Frauen und Kinder nur eine eingeschränkte Aussagekraft hat, da sie unter anderem nicht erfassen, wie viele Frauen sich von selbst an ein anderes Frauenhaus wenden.

Zudem werde nicht erfasst, wie viele Frauen etwa durch die Frauenberatungsstelle an andere Einrichtungen vermittelt werden, legte Dirk Werner vom Fachbereich Soziales bei der Vorstellung der Beschlussvorlage dar.

47 Tage Verweildauer

Die durchschnittliche Verweildauer einer Frau im Lörracher Frauenhaus beträgt 47 Tage. Bereits zum 1. Januar hat der Kreistag zwei weitere Beherbergungsplätze genehmigt, durch die über das Jahr hinweg 16 Frauen zusätzlich beherbergt werden können.

Vor dem Hintergrund, dass aufgrund aktueller Polizeiberichte bundesweit die Zahl der Übergriffe gegenüber Frauen im Zuge der Corona-Pandemie zugenommen hat, kann nach Einschätzung der Verwaltung ein Bedarf von zehn weiteren Plätzen bestätigt werden.

Für die Schaffung dieser zehn Plätze soll eine Immobilie für 1,1 Millionen Euro erworben werden. Die benötigten Mittel wolle man bei Bund und Land beantragen.

Meinungen der Räte

Diana Stöcker (CDU) sagte, dass ihre Kreistagsfraktion den Förderantrag unterstützt. Sie wies auch darauf hin, dass es einen Ausgleich zwischen den Frauenhäusern gebe. Ihr Fraktionskollege Bernhard Escher begrüßte, dass es unter den Einrichtungen wie etwa dem Frauenhaus oder der Frauenberatungsstelle einen regen Austausch gebe.

Tonio Paßlick (Freie Wähler) ging auf die Polizeistatistik ein, der eine Zunahme der häuslichen Gewalt in Pandemie- und Lockdown-Zeiten zu entnehmen ist. „Häusliche Gewalt ist eine Grenzüberschreitung, die wir nicht akzeptieren dürfen“, sagte er. Allerdings sehe er bei der Vernetzung der Frauenhäuser untereinander noch Luft nach oben.

Für die Grünen-Fraktion sagte Margarete Kurfeß, sie freue sich darüber, dass die anderen Fraktionen sich mit diesem Thema beschäftigt haben. Die Erhöhung der Bettenzahl auf 24 sei sinnvoll, daher stimme ihre Fraktion zu.

Dass auch die SPD-Kreistagsfraktion zustimmt, machte Jörg Lutz deutlich. Bei der Haushaltsberatung im vergangenen Jahr hatte man noch dagegen gestimmt, was aber nicht daran gelegen habe, dass man am Bedarf grundsätzlich zweifle. Vielmehr habe man sich „einen Moment des Nachdenkens“ gewünscht, sagte Lutz.

Wolfgang Koch (AfD) sagte, dass seine Fraktion den Beschlussvorschlag in dieser Form mittragen könne.

Landrätin Marion Dammann verwies zum Abschluss der Stellungnahmen darauf, dass es an der Wertschätzung für die Arbeit des Frauenhauses sicherlich niemals gefehlt habe.

Die Ausschussmitglieder sprachen sich einstimmig dafür aus, dem Antrag des Vereins Frauen helfen Frauen zuzustimmen. Die Verwaltung wird somit die Förderung beantragen.

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