Kreis Lörrach Haltestelle am Klinikum hat erste Priorität

Die Oberbadische, 14.03.2018 18:26 Uhr

Kreis Lörrach (wer). Der Umweltausschuss des Kreistags hat der Beteiligung bei der durch den Zweckverband Regio-S-Bahn 2030 zu beauftragenden Betriebskonzepterstellung zu drei möglichen neuen Haltestellen auf der Garten- und Wiesentalbahn sowie verschiedenen Takten dieser Tage einstimmig zugestimmt. Die Kosten belaufen sich laut Sitzungsvorlage auf 5000 Euro. Die Städte und Gemeinden entlang der Trasse sind Mitglied im Zweckverband Regio-S-Bahn 2030 (ZRL), der die Interessen der Region zum Schienenpersonennahverkehr bündelt und nach außen vertritt. Wie der Erste Landesbeamte Ulrich Hoehler berichtete, haben sie sich dazu entschieden, gemeinsam mit dem ZRL gutachterlich die Verträglichkeit der angedachten neuen Haltestellen mit dem Fahrplan zu prüfen.

Diese werden nötig aufgrund der Entwicklungen in der Siedlungsstruktur: Das in Lörrach am Standort „Entenbad“ geplante Zentralklinikum soll nach jetzigem Stand am 1. Januar 2025 seinen Betrieb aufnehmen und zwischen den Haltestellen Lörrach-Brombach/Hauingen und Steinen durch eine eigene Haltestelle an die Bahn angebunden werden. Eine weitere Haltestelle ist „Maulburg West“ im Rahmen der Erschließung eines neuen Gewerbegebiets. Diskutiert wird auch der Halt „Lörrach-Zollweg“ (wir berichteten). Während die erste Haltestelle erste Priorität genießt, sollen die anderen beiden nachgeordnet betrachtet werden, wie es weiter hieß.

Der Untersuchung zugrundegelegt werden je ein 15-Minuten- und 10/20-Minuten-Takt vom Badischen Bahnhof bis zu den Haltepunkten Steinen, Schopfheim und Zell im Wiesental. Die Gartenbahn S 5 soll in der Betrachtung berücksichtigt und mit ihrem heutigen Takt betrachtet werden. Weiterhin wird man im Betriebskonzept davon ausgehen, dass die S 5 alle Unterwegshalte der Linie anfährt.

Das Land hat bereits Ende Januar gegenüber dem Schweizer Bund erklärt, nach Vorliegen der infrastrukturellen Anforderungen zwei Zusätzliche Züge pro Stunde und Richtung auf dem Abschnitt Basel Badischer Bahnhof und Lörrach Hauptbahnhof in der Hauptverkehrszeit zu bestellen.

CDU-Kreisrat Paul Renz lobte die Priorisierung der Haltestellen, zudem verwies er auf die Investition in ein zweites Gleis in Teilabschnitten. Die Forderung von Trireno nach dem Bau des Basler Herzstücks und einer besseren verkehrlichen Verknüpfung unterstrich Klaus Eber­hardt (SPD): „Um optimale Verkehrsleistungen auf der Schiene zu erhalten, brauchen wir eine Vernetzung. Der Kreis muss sich der Forderung anschließen.“ Damit seien auch Forderungen nach besseren Verkehrsleistungen beim Land besser begründbar. Mit der Taktverdichtung thematisierte Grünen-Kreisrat Peter Schalajda die Schließzeiten der Bahnschranken in Lörrach. Laut Erstem Landesbeamten Hoehler sei dieser Aspekt nicht Teil des Betriebskonzepts und könne erst zu einem späteren Zeitpunkt auf die Agenda kommen.