Kreis Lörrach Inklusion braucht Ressourcen

Bei der Inklusion an Schulen ist Luft nach oben. Foto: Die Oberbadische

Kreis Lörrach - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Kreis Lörrach hatte jüngst zu einer Online-Gesprächsrunde zum Thema Inklusion mit den beiden Landtagsabgeordneten Rainer Stickelberger (SPD) und Josha Frey (Grüne) sowie dem stellvertretenden Landesvorsitzenden der GEW, Michael Hirn, geladen.

Ziel der Veranstaltung war es, den Landtagsabgeordneten aus erster Hand von der Unterrichtsrealität in der Inklusion zu berichten und mit ihnen ins Gespräch zu kommen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Seit 2015 ist die schulische Inklusion – das gemeinsame Unterrichten von Kindern mit und ohne besonderem Förderbedarf – per Schulgesetz eingeführt. In einer Umfrage zu Beginn der Veranstaltungen äußerten mehr als 60 Prozent der Anwesenden, dass die Rahmenbedingungen für die Inklusion nach ihrem Empfinden in den vergangenen Jahren schlechter geworden sind.

Die Verschlechterung sei unter anderem dem derzeitigen Lehrkräftemangel geschuldet, der im Bereich Sonderpädagogik besonders gravierend zu Buche schlage. Ganz generell monierten jedoch nahezu alle Anwesenden, dass die Inklusion völlig unzureichend mit personellen, räumlichen und materiallen Ressourcen ausgestattet sei.

So berichtete eine Grundschullehrkraft, dass sie zusätzlich zu ihren 20 regulären Grundschulkindern sechs Inklusionskinder in der Klasse habe, jedoch nur an zwei Tagen in der Woche eine Sonderpädagogin und somit überhaupt eine zweite Kraft mit in der Klasse sei. An vielen Schulen zeige sich eine ähnliche Situation.

Knappe Ressourcen

Sonderpädagoginnen wiederum wünschten sich, dass sie in einer Schule fest zum Team gehören, anstatt wie bisher an mehreren Schulen stundenweise im Einsatz zu sein. So bleibe kaum Zeit, um mit den Lehrkräften vor Ort zu planen und sich auszutauschen, was unbedingt notwendig wäre.

Auch die anwesenden Schulleitungen von Inklusionsschulen bestätigten die Beschreibungen der Lehrkräfte und wünschen sich mehr zeitliche Ressourcen auch für Schulleitungen, da Inklusion einen organisatorischen Mehraufwand darstelle.

Mit drastischen Worten beschrieb Michael Hirn, selbst Schulleiter an einem sonderpädagogischen Zentrum, dass die Inklusion an die Wand gefahren werde, wenn nicht endlich die notwendigen Verbesserungen angegangen würden.

Frey und Stickelberger wollen die aufgezeigten Sachverhalte mit in die politischen Debatten nach Stuttgart nehmen, um die tatsächliche Situation in der Inklusion deutlich zu machen. Einig waren sich alle Anwesenden: Inklusion braucht Ressourcen.

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