Kreis Lörrach Kreis setzt auf Digitalisierung

Die Oberbadische, 27.07.2017 23:05 Uhr

Kreis Lörrach (wer). Mehr Flexibilität für die Verwaltung, Vereinfachungen für Bürger, Einsparungen und optimierte Raumnutzung: Mit der flächendeckenden Einführung eines elektronischen Dokumentenmanageementsystems (DMS) und der elektronischen Akte soll die Kreisverwaltung fit für die Zukunft gemacht werden.

„Kommunalverwaltungen können durch ein DMS ihre Leistungen schneller anbieten und sie zum Teil in besserer Qualität erbringen“, erklärte Finanzdezernent Alexander Willi dieser Tage im Verwaltungsausschuss. Er machte zudem darauf aufmerksam, dass das Vorhaben mehr darstelle, als lediglich die Anschaffung einer neuen Software – es stünden aufwendige Managementprozesse an.

Deswegen will die Verwaltung zusätzlich zur Anschaffung der Software zwei neue Stellen schaffen, wofür der Kreistag in seiner Sitzung am Mittwochnachmittag der Empfehlung des Verwaltungsausschusses folgte und grünes Licht gab.

Die bereits bewilligte und ab dem 1. August besetzte Stelle im Bereich E-Government/Prozessmanagement soll bei der Etablierung der Neuerung eine steuernde Funktion einnehmen, wie der Finanzdezernent erklärte.

Die Planung sieht vor, dass nach und nach alle Bereiche des Landratsamt an das DMS angeschlossen werden, der Startschuss fällt im Dezernat 5 – ­Soziales & Jugend.

An Digitalisierung führt kein Weg vorbei

Das soll sich, wie zu erfahren war, auch auf den geplanten Erweiterungsbau der Behörde auswirken, wo weniger Akten-Stauraum nötig wird. Insgesamt kommen im Zuge der Anschaffung zunächst 130 400 Euro an Sachkosten auf den Kreis zu.

Für Paul Renz (CDU) stehe fest, dass an der Digitalisierung kein Weg vorbei führe, man aber auch im Bereich Baurecht der Einführung eine höhere Priorität einräumen sollte. Hierfür sprach sich Peter Schelshorn (CDU) bereits im Verwaltungsausschuss aus. Denn insbesondere bei der Bearbeitung von Bauanträgen sieht er große Verbesserungen für die Bürger im Kreis.

Wolfgang Roth-Greiner (FDP) merkte im Ausschuss an, dass die Anschaffung nicht günstig sei, das System aber eine gute Investition in die Zukunft darstelle. Dass die Zukunft der E-Akte gehöre, ergänzte Hausens Bürgermeister Martin Bühler (FW) und thematisierte die wichtige Rolle eines zentralen Posteingangs, der die eingehende Post einscanne und in digitalisierter Form an die jeweiligen Stellen weiterleite. In Hausen arbeite man mit dem DMS bereits seit einigen Jahren und sei sehr zufrieden.

Den finanziellen Aspekt thematisierte FDP-Kreisrat Christoph Hoffmann. Die Digitalisierung sei längst überfällig, begrüßte er das Vorhaben, wünschte aber auch eine Prognose in Sachen zukünftiger Spareffekte. Diese seien laut Landrätin Marion Dammann aber derzeit noch kaum abschätzbar. „Wir wissen noch nicht, was alles auf uns zukommen wird“, verwies sie im Kreistag auf die Entwicklungen im Zuge der Digitalisierung auf Landesebene. Und weiter: Die Digitalisierung sei eine große Aufgabe, deshalb sei es wichtig, sich mit anderen Städten und Gemeinden auszutauschen. Die strategische Ausrichtung in Sachen Digitalisierung werde den Kreis immer wieder im Laufe der Entwicklung beschäftigen. Mahnende Worte kamen von Grünen-Kreisrat Eberhard Meinecke: „Hier kommt eine Riesenaufgabe auf uns zu, wir sollten beginnen, den Finanzaufwand zu schätzen, und uns überlegen, wo der Einstieg in die Digitalisierung am einfachsten umsetzbar ist.“