Kreis Lörrach Kunst in der Ausnahmezeit

Regio - Verschoben auf 2021: Dieses Verdikt trifft einige Werkschauen von Kunsthäusern in Südbaden und dem Elsass, die an der diesjährigen „Regionale“ teilnehmen. So darf der Ausstellungsbeitrag „The Places Beyond The Rhine“ in der Städtischen Galerie Stapflehus in Weil am Rhein, der als Teil der länderübergreifenden Reihe geplant war, aktuell wegen der Pandemie-Reglementierungen nicht gezeigt werden.

Das Weiler Kulturamt und der Kunstverein haben sich nun dafür entschieden, die Schau erst im Spätherbst des kommenden Jahres zu präsentieren. Dabei war sie schon voll konzipiert, aber noch nicht aufgebaut. Wie Kunstvereins-Vorsitzender Friedrich Resin sagt, war eine kurzfristige Verschiebung auf Anfang des Jahres nicht möglich, weil die Ausstellungstermine im Stapflehus belegt seien. Jedoch will der Kunstverein etwas online machen. Kurator Jean-Claude Freymond-Guth soll Statements und Bilder von Künstlern auf den Webseiten des Kunstvereins und des Stapflehus’ laden, was man ab nächster Woche während der regulären Regionale bis Anfang Januar sehen wird.

Schweizer Häuser können öffnen

„Im Großen und Ganzen ging es um ein Gesamtbild von Entdeckungen im Dreiländereck, audiovisuelle Eindrücke, die ich gemeinsam mit Freunden und Bekannten während meiner letzten zehn Jahre im Dreiländereck gefunden und gesammelt habe“, beschreibt Dan Künzler, der im Team der Colab Gallery in Weil-Friedlingen arbeitet, seinen geplanten Beitrag. Er und befreundete Urban Art-Künstler hätten das Stapflehus sicher toll bespielt.

Des weiteren werden in Weil Werke von Roman Menge, Adrian Käser, Timo Elmpt Habel und dem Kollektiv V-9 & friends zu sehen sein.

Im Gegensatz zu den deutschen und elsässischen Einrichtungen können die Schweizer Häuser öffnen. „Anders als in Deutschland gelten Kunsthäuser in Basel nicht als Freizeiteinrichtungen“, äußert sich Silke Baumann, Geschäftsführerin der „Regionale“, in einem Interview. Aus Pandemie-Gründen wären zwar nur Schweizer Häuser präsent, die „Regionale“ habe aber dennoch einen trinationalen Charakter, weil Arbeiten von Künstlern aus allen drei Ländern vertreten sind.

Schon im Sommer hat sich ja abgezeichnet, dass eine gemeinschaftliche Ausstellung in drei Ländern, an der 19 Institutionen beteiligt sind, kompliziert zu organisieren wäre. Deshalb wurde auf Vernissagen und Bustouren zu den Kunsthäusern verzichtet. Dabei verzeichnet die aktuelle Ausgabe der Regionale so viele Bewerbungen wie nie, fast 800 – über 100 mehr als im Vorjahr. In diesem Corona-Jahr ist die Nachfrage besonders hoch, weil den Kunstschaffenden viele Ausstellungsmöglichkeiten weggebrochen sind. 240 Künstler wurden ausgewählt, die ihre Positionen teils in fertig aufgebauten Präsenzausstellungen, teils vorläufig online zeigen.

Was nach wie vor geblieben ist bei dieser etwas anderen „Regionale“, sind die Medienvielfalt und die anspruchsvoll kuratierten Ausstellungen mit einer Auswahl von Malerei und Zeichnungen über Fotografie und Film bis zu Installationen, Skulpturen und digitaler Kunst. Mit dabei sind auch zwei Künstlerinnen aus der Region.

Katrin Niedermeier (Weil am Rhein) zeigt im Haus der elektronischen Künste in Basel (HeK) eine große Video-Arbeit, die während des Lockdowns entstanden ist. Eine aufwändig gemachte Sechs-Kanal-Installation mit sechs Bildschirmen, auf denen Animationen von Avataren und künstlichen Wesen in stereotypen Bewegungen zu sehen sind. Es geht um die Geschlechterfrage und die Rolle der Frau in Corona-Zeiten.

Die einzige Künstlerin, die gleich an drei Orten vertreten ist, ist Ildiko Csapó aus Riehen, langjähriges Mitglied der Ateliergemeinschaft im Weiler Kesselhaus. Ihre Arbeiten sind mehrschichtig, so auch die drei Säulen im Kunst Raum Riehen, die im Dialog mit kleinformatigen Bildern stehen. In der FabrikCulture Hegenheim hat Csapó in dem Objekt „Erkennbare Wäscheleine“ fünf Knäuel aus Plastik und Baumwolle zusammengefasst. Mit einer Bodenarbeit aus Plexiglas und Spiegel ist sie auch bei der FRAC Alsace in Sélestat beteiligt, die erstmals an der Regionale teilnimmt und die geografische Ausweitung der Jahresschauen ins Elsässische markiert.

Über innere und äußere Grenzen

In der Kunsthalle Basel spüren 14 Künstler aus der Dreiländerregion mittels Malerei, Installation, Skulptur, Video und Zeichnung Begegnungen nach, die von Verwirrung, Unsicherheit, Verlust und Ungewissheit gezeichnet sind – was durchaus in diese Ausnahmezeit passt.

Während die Kunsthalle Palazzo in Liestal sich dem Thema „Enthüllung“ mit dem Aufspüren verborgener Schichten und Geschichten widmet, zeigt der Ausstellungsraum Klingental in Basel drei Filmprojekte, die Verborgenes sichtbar und Unsichtbares wahrnehmbar machen wollen.

Als eine der Neuerungen ist das Atelier Mondial in Münchenstein zu Gast mit dem Projekt „Atelier Régional“, das in den ersten Tagen nach den Grenzschließungen und den Lockdowns in der Tri-Regio als Versuch ins Leben gerufen wurde, über den trinationalen Kunstraum und innere und äußere Grenzen nachzudenken.   Statt Vernissagen gibt es am heutigen Eröffnungstag, 28. November, in den Kunsthäusern in Basel und Umgebung von 11 bis 20 Uhr einen Tag der offenen Tür, teils mit Kuratorenführungen (maximal 15 Besucher), teils sind die Künstler vor Ort.

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