Kreis Lörrach Ländliche Regionen nicht abhängen

Die Corona-Pandemie hat aufgezeigt, wo es bei der Digitalisierung noch Nachholbedarf gibt. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Einblicke in die Arbeit der Wirtschaftsregion Südwest GmbH (WSW) gab es in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses. Daniel Tastl, bei der WSW als Wirtschaftsbeauftragter für den Landkreis Lörrach tätig, legte dar, welche Projekte derzeit verfolgt werden und was in der Vergangenheit für die Wirtschaft in der Region erreicht wurde.

Von Adrian Steineck

Kreis Lörrach. Den Landkreis Lörrach in Sachen Innovation aktiv voranzubringen ist eines der Ziele der von der WSW erstellten Innovationsstrategie. Diese bildet die Grundlage für die Bewerbung der Region an dem Projekt RegioWin 2030, die bereits im Mai Thema im Umweltausschuss war (wir berichteten). Im Zuge dieses Projekts sei es der WSW gelungen, bisher ein Gesamtvolumen von 19 Millionen Euro in die Region zu holen, legte Tastl dar.

Zwangsdigitalisierung durch Corona

Gleichwohl gehe auch an der WSW die Corona-Pandemie nicht spurlos vorbei, etwa beim Thema Digitalisierung, für das man sich mit dem Digihub Südbaden seit einigen Jahren stark macht. „Corona hat uns eine Zwangsdigitalisierung beschert“, sagte Tastl. Zugleich hätten in Zeiten von Homeoffice und Fernunterricht viele Verantwortliche gemerkt, dass es bei der digitalen Infrastruktur noch Nachholbedarf gibt.

Der Digihub Südbaden umfasst ein Gesamtvolumen von 200 000 Euro für die Landkreise Lörrach und Waldshut, wobei die Fördermittel über drei Jahre verteilt werden. Die WSW setzt dafür Digitalisierungsprojekte im Landkreis um.

Auch auf das Projekt „Regionale Wettbewerbsfähigkeit durch Innovation und Nachhaltigkeit“ (RegioWin) ging der Wirtschaftsbeauftragte, der für den erkrankten WSW-Geschäftsführer Alexander Maas einsprang, in seinem Vortrag ein. Der Wettbewerb zur zukunftsfähigen Regionalentwicklung wird auf die Beine gestellt vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus in Kooperation mit dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Finanziert wird der Wettbewerb zu 40 Prozent durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) für die Jahre 2021 bis 2027, 20 Prozent Landesmittel und 40 Prozent Eigenanteil des Landkreises.

Stärken und Schwächen der Region

Teil der Bewerbung ist die Erstellung eines regionalen Entwicklungskonzepts (REK). In dessen Zuge wurden auch Stärken und Schwächen der Region ermittelt. Zu den Stärken gehört etwa, dass der Landkreis Lörrach eine attraktive Zuzugsregion mit Bevölkerungs- und Beschäftigungswachstum ist und über eine renommierte Wissenslandschaft verfügt. Zu den Schwächen gehören messbare Rückstände bei der Innovationstätigkeit. Hier gebe es besonders im ländlichen Raum noch Luft nach oben, wie die SPD-Kreistagsfraktion bereits im Februar 2020 im Umweltausschuss erklärt hat. Es sei denn auch ein Risiko für die Zukunft, dass ländliche Regionen im Zuge der Digitalisierung abgehängt werden, legte Tastl dar. Hier gelte es, ländliche Teilregionen zu stärken und die Entwicklungsunterschiede bei der Infrastruktur durch gezielte Entwicklung und Nutzung neuer Ansätze zu verringern.

Zu den Besonderheiten der Region Südlicher Oberrhein und Hochrhein gehört es laut Tastl, dass es nicht zuletzt bei kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) vor allem im ländlichen Raum teils hohe Unsicherheit und begrenzte Ressourcen in den Bereichen Digitalisierung und Innovationstransfer gebe.

Was die Räte sagen

Klaus Eberhardt (SPD) lobte die WSW für das Gehörte, mahnte aber auch an, dass man „die Augen offen halten müsse“, damit Kernfragen der Wirtschaftsstruktur nicht vergessen würden. Er lobte die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Lörrach, die einen Studiengang „Architektur“ ins Leben rufen will (wir berichteten). Das helfe, dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken.

Gudrun Heute-Bluhm (CDU) bezeichnete die Arbeit der WSW als „beachtliche Leistung“. Dies gelte umso mehr, als die Region nicht immer auf der Sonnenseite gestanden habe, was etwa Fördergelder angeht.

Ulrich May (Freie Wähler) bezeichnete die WSW als „Lokomotive im Landkreis“.

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