Kreis Lörrach Landratsamt legt Datenleck zu den Akten

Maja Tolsdorf
Die Datensicherheit ist ein komplexes Thema, weshalb es mit einem einfachen Schloss nicht getan ist. Foto: pixabay

Der Datenschutzbeauftragte des Landratsamts setzt durch eine technische Lösung einen Schlusspunkt unter die Datenpanne zu Jahresbeginn. Die Datensicherheit bleibt aber ein fortlaufender Prozess.

Einen Schlusspunkt hinter die Datenpanne im Januar setzen, konnte der Landkreis im Mai. Eine technische Lösung sei nun gefunden, wie Richard Benner, Datenschutzbeauftragter des Lörracher Landratsamts bei der Sitzung des Kreisverwaltungsausschusses dieser Tage berichtete. Nachdem zu Jahresbeginn im Geoinformationsportal des Landratsamts eigentlich geschützte Daten öffentlich wurden, habe man diese nun in eine technisch getrennte Datenbank überführt.

Leck durch Bedienfehler

Denn die Untersuchung des Datenlecks habe damals ergeben, dass diese Daten wohl durch einen Bedienfehler, ein versehentlich falsch gesetztes Häkchen, für jedermann zugänglich geworden sind. So konnten Daten von mehr als 50.000 Grundstücksbesitzern, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren, online eine Zeit lang eingesehen werden.

Auch Namen und Geburtsdaten waren einsehbar

Anfang Februar hatte der SWR gemeldet, dass diese sogar über Google abrufbar gewesen seien. So konnten auf dem Geoportal des Landratsamts nicht nur Daten zu den Flurstücken, deren Größe und Zugehörigkeit zu Gemeinden eingesehen werden. Unter bestimmten Voraussetzungen waren über einen begrenzten Zeitraum auch die Namen der Eigentümer und deren Geburtsdaten einsehbar. Ob das Datenleck aber überhaupt einen Schaden angerichtet hat, lässt sich nicht ermitteln, erklärte Benner. Der Datenschutzbeauftragte des Landkreises sieht das Landratsamt nach der technischen Veränderung auf einem guten Weg.

Datensicherheit ist ein fortlaufender Prozess

Denn damit habe der Kreis dafür gesorgt, dass die rein für den internen Gebrauch bestimmten Daten aus dem Grundstückskataster nicht noch einmal öffentlich abgefragt werden können, so Benner weiter. Dadurch seien sie auch bei einfachen Bedienfehlern nicht mehr von außen einsehbar. Allerdings zeigen die beiden weiteren Datenschutzverletzungen, die das Landratsamt laut Sitzungsvorlage dem Landesdatenschutzbeauftragten gemeldet hat, dass die Sicherheit von Daten nicht durch einzelne Maßnahmen gewährleistet werden kann, sondern ein fortlaufender Prozess ist.

Wohl auch deshalb ist die Begleitung des Digitalisierungsprozesses einer der Schwerpunkte der Arbeit des Datenschutzbeauftragten des Landratsamts. Die Mitarbeiter seien seit der Datenpanne des Landratsamts sowie durch eine Pflichtschulung zum Thema Datenschutz sensibilisiert, wie Benner beschrieb. So erreichten ihn zwischen Mai 2023 und April dieses Jahres 190 individuelle Anfragen, allein 100 in der ersten Jahreshälfte 2024.

Gremium übt Kritik

Doch es gab auch Kritik in Bezug auf die Datenpanne, vor allem an der späten Warnung des Landesschutzbeauftragten. Denn der habe bereits Anfang November einen Hinweis auf das Leck erhalten. Nach einer Vorprüfung habe man das Landratsamt dann Anfang Januar informiert. Benner erklärte dazu in der Sitzung des Kreisverwaltungsausschusses, der Landesdatenschutzbeauftragte habe gedacht, dass der Landkreis bereits infomiert sei. Zudem sehe er die Gefahrenabwehr nicht als Teil seiner Aufgabe an.

Auch das Gremium kritisierte dieses Vorgehen. So sagte Martin Bühler (Freie Wähler): „Der Informationsfluss des Landesdatenschutzbeauftragten ist peinlicher zu bewerten als das was uns passiert ist.“

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