Kreis Lörrach Mehr Menschen ohne Beschäftigung

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Der Stellenbestand ist gegenüber dem Vormonat um 111 gesunken und liegt nun bei 3596. Foto:  

Die konjunkturelle Schwächephase hinterlässt Spuren auf dem regionalen Arbeitsmarkt.

Das ist laut Arbeitsagentur jedoch nicht ungewöhnlich, da viele Arbeitsverträge zum Jahresende enden und auch vorübergehende Freistellungen in witterungsabhängigen Branchen üblich seien. Besonders sei allerdings, dass der Anstieg im Zehn-Jahres-Vergleich in diesem Jahr am geringsten ausgefallen ist.

„Hinter uns liegt ein turbulentes Jahr – die konjunkturelle Schwächephase begleitete uns nahezu ganzjährig und hinterließ Spuren auf unserem Arbeitsmarkt. Im Jahresmittel waren rund sechs Prozent mehr Menschen in der Arbeitslosigkeit. In Anbetracht der starken Belastungen und der anhaltenden Unsicherheiten wurden die Auswirkungen dennoch gut abgefedert“, fasst Horst Eckert, Leiter der Agentur für Arbeit Lörrach zusammen.

Saisonale Zunahme

„Betrachtet man den Monat Januar im Detail, erlebe ich eine klassisch saisonale Zunahme der Arbeitslosigkeit, allerdings auf geringerem Niveau als in den Jahren zuvor“, freut sich Eckert über die positiven Signale auf dem Arbeitsmarkt. Dazu gehören auch die unverändert hohe Nachfrage nach Arbeitskräften und eine positive Entwicklung der Beschäftigung, die den Höchststand von 2018 fast erreicht hat.

„Ich nehme einen wesentlich dynamischeren Arbeitsmarkt wahr – es ist wieder Bewegung drin, die wir im letzten Jahr vermisst haben. Menschen kommen aus Arbeit in die Erwerbslosigkeit, verlassen diese aber 19 Tage schneller als letztes Jahr,“ erklärt Eckert.

Derzeit stehen für die Agentur für Arbeit und das Jobcenter Landkreis Lörrach die Aktionstage Job-Turbo im Fokus. Diese geben geflüchteten Menschen und Unternehmen Einblicke, wie ein Einstieg in das jeweilige Unternehmen gelingen kann, welche Stellen konkret zu besetzen sind und welche Qualifizierungsmöglichkeiten angeboten werden.

Jobturbo gezündet

„Gezündet haben wir unseren Integrationsturbo, nun müssen wir dafür sorgen, dass der Schub nicht nachlässt,“ lässt sich Eckert in der Mitteilung von Mittwoch zitieren.

Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Lörrach steigt um 0,3 auf 4,6 Prozent. Im Landkreis Lörrach liegt der Anteil der Arbeitslosen an den Erwerbspersonen bei 4,8 Prozent, im Landkreis Waldshut bei 4,3 Prozent. Das Land Baden-Württemberg weist eine Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent aus.

Im Januar wurden in den Landkreisen Lörrach und Waldshut 10 207 Arbeitslose gezählt (plus 567). Im Landkreis Lörrach nahm die Arbeitslosigkeit um 327 auf 6175 und im Landkreis Waldshut um 240 auf 4032 zu.

2242 Personen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos. Davon kamen 1132 Menschen direkt aus Beschäftigung. Gleichzeitig beendeten 1691 Personen ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 637 eine Beschäftigung auf.

Hohe Fachkräftenachfrage

Dem Arbeitgeberservice wurden im Januar 633 neue Stellen von den Betrieben und Verwaltungen gemeldet. Das sind 89 weniger als vor einem Monat aber 35 mehr als vor einem Jahr. Der Stellenbestand ist gegenüber dem Vormonat um 111 gesunken und liegt nun bei 3596.

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