Kreis Lörrach (ads). Die Betreuung und Begleitung sterbenskranker Menschen ist dem Landkreis Lörrach ein großes Anliegen. Dies soll die Unterzeichnung der Charta zur Betreuung Sterbender und Schwerstkranker belegen, die der Sozailausschuss in seiner jünsten Sitzung einstimmig empfohlen hat.

Die Charta hat sich zum Ziel gesetzt, jedem Menschen in Deutschland den Zugang zu einer würdevollen Versorgung am Lebensende zu ermöglichen. Initiiert wurde das Projekt im Jahr 2007 auf dem Kongress der europäischen Gesellschaft für Schmerzbehandlung (EPAC). Die deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), der Deutsche Hospiz- und Palliativverband (DHPV) sowie die Bundesärztekammer arbeiten hier zusammen. In erster Linie geht es den Initiatoren laut dem Wortlaut der Charta darum, sich für Menschen einzusetzen, die aufgrund einer Erkrankung mit dem Sterben und dem Tod konfrontiert sind – ein Thema, das nach der Meinung der Initianten nach wie vor in der Gesellschaft mit einem Tabu belegt ist.

Im Wesentlichen sollen die mit dem Sterben verbundenen Fragestellungen im gesellschaftlichen Bewusstsein verankert werden. Dadurch sollen die Betreuung und Versorgung Betroffener verbessert werden.

Mit der Unterschrift unter die Charta wolle der Kreis Lörrach ein Signal setzen und zeigen, dass ihm dieses Thema wichtig ist, wie Landrätin Marion Damman betonte. Der Sozialausschuss begrüße dieses Signal uneingeschränkt, wie Diana Stöcker (CDU) sagte. Allerdings müsse man sich auch darüber bewusst sein, dass sich aus der Unterschrift die Pflicht zum Ausbau der palliativen Strukturen ergebe, wie Stöcker weiter darlegte. Dieser Aspekt müsse auch in die Planung des Zentralklinikums einfließen. So sei für die CDU die vorgesehene Palliativstation mit zehn Betten ein „Muss“.

Von Seiten der SPD wurde dies bekräftigt. Michael Straub (Grüne) betonte zudem, dass der Ausbau ambulanter Strukturen wichtig sei.

Unter Palliativmedizin wird die lindernde Behandlungen unheilbar Schwerstkranker verstanden. Nach den Definitionen der Weltgesundheitsorganisation und der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin ist diese beschränkt auf „die aktive, ganzheitliche Behandlung von Patienten mit einer voranschreitenden, weit fortgeschrittenen Erkrankung und einer begrenzten Lebenserwartung zu der Zeit, in der die Erkrankung nicht mehr auf eine kurative Behandlung anspricht“. Primäres Ziel der Palliativmedizin ist laut dieser Definition die Lebensqualitätserhaltung respektive -steigerung im Endstadium einer unheilbaren Krankheit.

Eine Anlaufstelle für Schwerstkranke ist das Hospiz am Buck in Lörrach, dessen Einzugsgebiet von der Region Lörrach bis Waldshut und Müllheim und in die Schweiz reicht. Dort können Menschen in der letzten Phase ihres Lebens versorgt werden. Das Hospiz am Buck soll im kommenden Jahr von sechs auf acht Plätze erweitert werden (wir berichteten mehrfach).

Auch die Ambulante Hospizgruppe Grenzach-Wyhlen begleitet Schwerkranke und Sterbende auf ihrem letzten Weg und bietet Unterstützung für Angehörige und Trauernde im Landkreis Lörrach.