Kreis Lörrach Miteinander statt übereinander reden

Rolf Rombach
Die Teilnehmer des Hochrheinschulgipfels aus Rheinfelden, Grenzach-Wyhlen, Lörrach, Schopfheim und Weil am Rhein mit den Moderatoren der Veranstaltung und den überregionalen Vertretern. Foto: Chantal Hommes-Olaf (Stadt Rheinfelden)

Der Rheinfelder Gesamtelternbeirat lud zum Hochrheinschulgipfel.

Die Veranstaltung könnte Modellcharakter haben für das gesamte Land. Der Austausch mit allen Beteiligten wurde als sehr lohnend bezeichnet.

Das Bildungswesen ist ein hochkomplexes Konstrukt mit zahlreichen Beteiligten. Neben den Schülern und ihren Eltern sind sowohl die Kommunen als „Schulträger“ sowie das Land – mit seinen Unterbehörden – für die Lehrerversorgung verantwortlich mit im Boot.

Auf Initiative des Rheinfelder Gesamtelternbeirats (GEB) um dessen Vorsitzenden Frank Grimberg wurden diese Beteiligten am Freitag eingeladen, sich in mehreren Runden auszutauschen. Neben Rheinfelder Akteuren waren auch aus Grenzach-Wyhlen, Lörrach, Schopfheim und Weil am Rhein Rathausvertreter, Schulleiter, Eltern- und Schülervertreter anwesend. Mit Niklas Nüssle (Grüne), Sabine Hartmann-Müller (CDU) und Jonas Hoffmann (SPD) waren auch drei Landtagsabgeordnete zugegen, die den Input mit nach Stuttgart nehmen wollen.

Beteiligung ist notwendig

Im Pressegespräch im Anschluss an den Gipfel mit mehr als 50 Teilnehmern präsentierten die Vertreter der einzelnen Bereiche ihre Zusammenfassung der Veranstaltung. Eingangs erläuterte Frank Grimberg die Abläufe der moderierten Gesprächsrunden. Nach dem alle Akteure einen gemeinsamen Start hatten, gab es Kleingruppen mit bunter Zusammensetzung. Die dritte Runde erfolgte innerhalb der eigenen Stadt oder Gemeinde.

Der Vorsitzende des Landeselternbeirats Sebastian Kölsch betonte die Bedeutung der Partizipation bei einem solch wichtigen Thema. Überall gäbe es kleine „Gipfele“, aber große Gipfel seien das Ziel für effektiven Austausch mit allen Akteuren.

Rathauschefs zufrieden

Hausherr Klaus Eberhardt begann aus Sicht der Schulträger zu berichten. Er gestand, überrascht gewesen zu sein über die Breite des Austauschs. Er befürworte neue Formate. Allerdings müsse auch hier die Finanzierung der Veranstaltungen geklärt sein. Das erlebte Format sei zur Beratung der Entscheider geeignet. OB-Kollege Jörg Lutz aus Lörrach berichtete, dass häufig sehr defizitorientiert gesprochen werde. Nun habe man auch gehört, was gut läuft. Seine wichtigste Erkenntnis sei, dass ausgerechnet die Schüler zu wenig im Entscheidungsprozess beachtet würden. Alleine Lörrach habe gigantische Herausforderungen im Schulwesen zu stemmen.

Grenzach-Wyhlens Bürgermeister Tobias Benz bedauerte die immense Bürokratie. Auch kämen Folgekosten auf die Träger zu, wenn die geförderten EDV-Geräte ersetzt werden müssen. Besser sei die dauerhafte Ausstattung durch das Land.

Schulen vernetzen

Regierungsschuldirektor Martin Müller bilanzierte, dass viel Nichtwissen durch den Austausch gemindert wurde. Es sei wichtig zu wissen, was die jeweiligen Akteure machen. Ein Lob gab es auch von Schulamtsdirektor Rudolf Schick. „Nicht über, sondern auch mit Schülern sprechen“, sagte er. Als Fazit nannte Hans Peter Brugger, geschäftsführender Schulleiter Rheinfeldens, dass aus den Gesprächen nun Handlungen entstehen müssen und sich Schulen mehr miteinander vernetzen müssten.

Bei so viel positiver Bilanz war für Niklas Nüssle klar, die Veranstaltung als „Best Practice“-Beispiel der Kultusministerin weiterzuempfehlen.

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