Kreis Lörrach Neue Aufgaben stehen an

Vorstand und Fachbereichsleiter des Trinationalen Umweltzentrums (Truz) nach der jüngsten Hauptversammlung: Schatzmeister Daniel Küry (von links), Geschäftsführer Thomas Klug, Vorsitzender Christoph Huber, Beisitzer Dominik Keller, Thomas Schwarze (Fachbereichsleiter Umweltbildung), Astrid Deek (Fachbereichsleiterin Grenzüberschreitender Naturschutz) und der Vize-Vorsitzende Bernhard Tritsch. Es fehlen die Beisitzer Godehard Massing (als Nachfolger von Hans-Peter Beck) und Nicolas Minéry. Foto: Jasmin Soltani Foto: Die Oberbadische

Von Jasmin Soltani

Kreis Lörrach . Zum 20-jährigen Bestehen hat das Trinationale Umweltzentrum (Truz) sein organisatorisch und finanziell aufwändigstes Vorhaben in der Regio abgeschlossen: das Interreg-Projekt „Grenzüberschreitender Naturkorridor“, bei dem während zweieinhalb Jahren mit EU-Geldern insgesamt 744 500 Euro in mehr als 30 ökologische Aufwertungsmaßnahmen flossen.

Für die Umsetzung habe der Verein tief in die Rücklagen greifen müssen, unterstrich Weils Bürgermeister und Truz-Vorsitzender Christoph Huber bei der Hauptversammlung in Weil am Rhein.

Vor gut 40 Mitgliedern und Wegbegleitern des Umweltzentrums betonte Huber allerdings, dass die Liquidität des Vereins dank des Rücklagenpolsters und des strengen Kostenmanagements jederzeit gegeben gewesen sei. Verabschieden musste sich das Truz dagegen aus finanziellen Gründen und „schweren Herzens“, vom IBA-Projekt „Triotop“, das den Aufbau eines Gründerzentrums im Bessler-Gut im Weiler Mattfeld zum Ziel hatte (wir berichteten).

Nach dem Aus für das „Triotop“ stellt sich allerdings erneut die Frage, wie die räumliche Trennung der Fachbereiche Grenzüberschreitender Naturschutz (Lörrach) und Umweltbildung (Weil am Rhein) überwunden werden kann. Eine Lösung ist bislang nicht in Sicht.

Grenzüberschreitender Naturschutz: Astrid Deek und ihre Mitarbeiter vom Fachbereich Grenzüberschreitender Naturschutz bereiten sich nach dem bevorstehenden Abschluss des erfolgreichen Interreg-Projekts „Grenzüberschreitender Naturkorridor“ auf neue Aufgabenfelder vor. Eines der wichtigsten darunter: die „Modellregion Biotopverbund Markgräflerland“, bei dem es unter anderem um die Aufwertung und Revitalisierung von Streuobstwiesen am Tüllinger Berg gehen wird. Deek machte allerdings deutlich, dass nach dem Auslaufen des Interreg-Projekts, das zweieinhalb Vollzeitstellen getragen habe, nicht alle Mitarbeiter gehalten werden können.

Gleichwohl gebe es viele Ideen für neue Projekte. Wichtiges Standbein blieben der Naturschutzdienst und die Landschaftspflege, wobei 50 Flächen gepflegt und betreut werden. Viele Aufträge kommen von den Städten Weil, Lörrach und Rheinfelden. Für Planungssicherheit haben auch die Fünf-Jahresverträge für das Monitoring der Tongruben Kandern und Rümmingen gesorgt. Des Weiteren erstellt der Fachbereich artenschutzrechtliche Fachgutachten, nimmt ökologische Voruntersuchungen sowie Baubegleitungen wahr. „Der Schutz der wertvollen Eidechsen bleibt hier ein Thema“, betonte Deek. Schließlich will der Fachbereich die Bürger auch weiterhin mit niedrigschwelligen Angeboten für den Naturschutz motivieren.

Fachbereich Umweltbildung: Insgesamt 3336 Schüler- und Kindergartengruppen haben in den vergangenen 20 Jahren die Angebote der Umweltbindung im Truz wahrgenommen. Die meisten kommen aus Weil am Rhein und Lörrach. Eine stolze Bilanz, auf die Fachbereichsleiter Thomas Schwarze verweisen konnte. Allein im Schuljahr 2013/14 waren es 293 Gruppen, meist Grundschüler. Neben den erlebnispädagogischen Schulprojekten rund um Garten, Natur, Energie und kreatives Gestalten mit Naturmaterialien gewinnen auch Sonderprojekte an Bedeutung. So steht für das Sundgauprojekt mit Schülern der Weiler Leopoldgrundschule demnächst eine Auszeichnung ins Haus. Auch Kooperationen mit der Petite Camargue Alsacienne, etwa zum Thema europäische Sumpfschildkröte sowie die Öko-Reporter standen hoch im Kurs. Sorge bereiten Thomas Schwarze die Goldfische, die immer wieder von Privatleuten im Teich beim Sundgauhaus ausgesetzt werden.

Finanzen: Einen Überblick über die Finanzen gab Geschäftsführer Thomas Klug. Die Einnahmen stammen zu 48 Prozent aus zweckgebundenen Fördergeldern, zu 30 Prozent aus Aufträgen zur Biotop- und Landschaftspflege, 14 Prozent kommen über Honorare und Gutachten. 2014 standen Ausgaben in Höhe von 837 500 Euro Einnahmen von 703 400 Euro gegenüber.

Wahlen: Mit wenigen Ausnahmen bleibt die bisherige Mannschaft, die einstimmig entlastet wurde, im Amt. Der Vorstand wurde gesamthaft und einstimmig wie folgt gewählt: Vorsitzender: Christoph Huber; Stellvertreter: Bernhard Tritsch, Schatzmeister: Daniel Küry, Beisitzer: Godehard Massing (für Hans Peter Beck), Dominik Keller und Nicolas Minéry, Kassenprüfer: Jürg Schmid und Martin Volkmann (für Jean Pluscota).

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