Kreis Lörrach Nicht nur ökologisch überzeugend

Der geplante Campus. Foto: Visualisierung A|SH Architekten

Kreis Lörrach - Auch wenn es noch länger bis zum Baubeginn des neuen Zentralklinikums dauern wird - hinter den Kulissen wird fleißig gearbeitet. Die Bauplanung wurde vom Planungs- und Bauausschuss Zentralklinikum einstimmig an den Kreistag gesandt.

Wichtigster Punkt war der Förderantrag beim Sozialministerium in Stuttgart. Dazu mussten zuvor weitere Einzelheiten der Bauplanung besprochen und genehmigt werden.

Planung ist arbeitsintensiv

Derzeit sind rund 100 Menschen mit den Detailplanungen von Gebäude, Technik, Verkehrsanbindung und Außenanlagen beschäftigt. Das geht bereits bis zu der Gestaltung der Außenanlagen und der Innenhöfe.

Vorgestellt wurden die Bauunterlagen vom leitenden Architekt Carsten Meiners und dem Projektleiter Bau- und Betriebsorganisation Zentralklinikum, Thorsten Stolpe.

Begleitende Kontrolle

Die „Begleitende Kontrolle“ hatte einen Statusbericht mit Empfehlungen zur Sitzung des Ausschusses vorgelegt. In diesem wurde auf einige bisher kontrovers diskutierte Einzelheiten eingegangen. So wurde empfohlen, die Technikzentrale in einem separaten Gebäude unterzubringen und nicht in eines der Gebäude zu integrieren. Dies diene der Versorgungssicherheit. Außerdem habe eine Umplanung einen erheblichen Zeit- und Kostennachteil.

Bei der Dachgestaltung sprach sich die Kontrollkommission für ein funktionelles Flachdach und nicht für eine vielleicht optisch ansprechendere „Prismatisierung“ aus. Ein Prisma-Dach sei etwa 1,2 Millionen Euro teurer und bedeute höhere Unterhaltskosten.

Fassadengestaltung

Die Fassadengestaltung soll laut Meiners noch offen bleiben. Hier müssen noch weitere Erkenntnisse über Bau- und Unterhaltskosten gewonnen werden.

Die Beheizung des Zentralklinikums soll in Niedertemperaturtechnik erfolgen. Mehrere Alternativrechnungen zwischen Blockheizkraftwerk, Hackschnitzeln, Erdwärmepumpe und Brunnenwärmepumpe haben ergeben, dass die Brunnenwärmepumpe am wenigsten CO 2 ausstößt. Bernd Martin (Bündnis 90/Die Grünen) fragte nach, ob die Temperatur der Krankenzimmer auch im Sommer erträglich sei. Dazu hieß es, dass man über die Wärmepumpen auch leicht kühlen könne. Der Strom der auf dem Dach vorgesehenen Photovoltaikanlage werde vollständig im Klinikum verbraucht.

Kosten

Durch Optimierungen etwa im Tragwerk konnte ein Teil der zuletzt berechneten Mehrkosten aufgefangen werden. Derzeit sieht die Kostenberechnung ein Volumen von 314,1 Millionen Euro vor.

Martin wollte es genauer wissen. Schließlich sei die erste Kostenschätzung im Jahr 2016 von einem Betrag von 261,6 Millionen ausgegangen. „Die Kostenplanung beruht auf den jetzt bekannten Fakten – es wird keine großen Überraschungen geben“, erwiderte Thorsten Stolpe. Es sei denn, dass der medizinische Fortschritt weitere Baumaßnahmen erfordere. Dies könne natürlich noch nicht vorausgesehen werden.

Landrätin Marion Dam-mann wies darauf hin, dass ein Bauvorhaben dieser Große natürlich immer ein Restrisiko habe. Aber man gebe sich alle Mühe, dieses zu minimieren. Ulrich May (Freie Wähler) lobte ausdrücklich das gute und vertrauensvolle Miteinander im Planungs- und Bauausschuss. Heute sei es an der Zeit, den Förderantrag an das Sozialministerium auf den Weg zu bringen. Margarete Kurfeß (Bündnis 90/Die Grünen) war mit der Planung sehr zufrieden. Besonders lobte sie, dass man besonderen Wert auf die Umweltfreundlichkeit gelegt habe.

Zeitplan

Die Zeitachse sieht vor, dass der Förderantrag beim Sozialministerium bereits in diesem Monat eingereicht wird. Mit einem Bescheid rechnet man bis Mitte des Jahres 2020. Unter besten Voraussetzungen könnte im September 2020 mit dem Bau begonnen werden.

Der Ausschuss signalisierte mit seinem einstimmigen Votum breite Unterstützung und schickte die Vorlage zur Verabschiedung an den Kreistag.

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