Kreis Lörrach Offenes Ohr für Ratsuchende

Die psychischen Belastungen im Alltag nehmen zu. Foto: Archiv

Kreis Lörrach - Psychische Erkrankungen kommen häufiger vor, als einem dies bewusst ist. „Geht man offen mit dem Thema um, erfährt man oft, dass jemand aus dem Umkreis selbst schon eine Krise hatte“, weiß Daniele Kufner von der Informations-, Beratungs- und Beschwerdestelle für psychisch Erkrankte und psychisch behinderte Menschen und Angehörige (IBB Lörrach), im Gespräch mit unserer Zeitung. „Stellen Sie sich die Situation vor: Alles wird schwer, man fühlt sich träge. Was einem vor kurzem noch leicht fiel, will nicht mehr gelingen“, veranschaulicht Kufner Symptome, die jeden von heute auf morgen zu schaffen machen können. Dann soll der Betroffenen Medikamente einnehmen. Oft stelle sich dann die Frage nach Alternativen.

Bei der IBB Lörrach habe man ein offenen Ohr für die Anliegen der Ratsuchenden. „Wir informieren, beraten und vermitteln im Zusammenhang mit Beschwerden über eine Unterbringung, ärztliche Behandlung, Psychotherapie oder psychosoziale Betreuung von Bürgern des Landkreises mit dem Ziel einer einvernehmlichen Lösung“, beschreibt Kufner die Arbeit der Beratungsstelle, die Hilfe im Alltag biete und ein wichtiges Leitsystem für Patienten darstelle. Die Stelle unterstützt psychisch erkrankte Menschen und deren Angehörige bei der Wahrnehmung ihrer Rechte und Interessen, heißt es in einer Mitteilung. Die Beschwerden werden unvoreingenommen auf- und ernst genommen. Das Beratungsteam macht sich stark für die Beschwerdeführer und kontaktiert beteiligte Dritte, wie Behörden, Ärzte oder Therapeuten, organisiert bei Bedarf ein gemeinsames Gespräch und sucht zusammen mit den psychisch kranken Menschen nach Lösungen. Tatsache ist, dass psychisch kranke Menschen ihre Rechte als Patienten kaum kennen.

Oft Unwissenheit

Sie fragen oftmals nicht nach der Diagnose, den Nebenwirkungen, Behandlungsalternativen oder Konsequenzen, die mit einer Ablehnung der Behandlung einhergehen, wie es in einer Medienmitteilung heißt. Hinzu kommen Probleme mit unverständlichen Fachausdrücken sowie die Klage über zu kurze Gesprächszeiten mit dem Arzt oder mangelnde Fürsorge seitens des Klinikpersonals.

Auch Mitarbeiter in Einrichtungen des Gemeindepsychiatrischen Verbunds (GPV) können die Unterstützung der Beschwerdestelle anfragen, wenn sie in der eigenen Einrichtung beim Versuch gescheitert sind, vorhandene Missstände abzustellen. Die IBB-Mitglieder sind zur Verschwiegenheit verpflichtet und arbeiten unabhängig – Träger ist der Landkreis Lörrach, Grundlage der Arbeit ist das Psychisch-Kranken-Hilfegesetz des Landes Baden-Württemberg.

Wie aus der Mitteilung weiter hervorgeht, hat es seit der Eröffnung im Jahr 2016 personelle Veränderungen in der IBB gegeben: Aktuell sind Daniela Kufner, Michael Hiob und Iris Dreher Mitglieder der IBB. Diese können unter Tel. 07621/5859708 kontaktieren. Weitere Infos finden Interessierte unter www.ibb-loerrach.de. Ein „offenes Büro“ findet am Donnerstag, 27. Juni, von 16 bis 18 Uhr statt.

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