Kreis Lörrach Per Funk ferne Länder erkunden

Valentin Radonici
Die Funk und Fernsehstation: Hier werden weltweit Signale aufgenommen und Kontakte geknüpft Foto: zVg/Wolfgang Krämer/zVg

Otto Hugenschmidt aus Steinen liebt das Amateurfunken.

Otto Hugenschmidt kommt ins Schwärmen, wenn er von seinem Hobby, dem Amateurfunken spricht. Als Jugendlicher in der Schulzeit beschäftigte sich der 76-Jährige mit Elektrik. Anfang der 60er Jahre ging er als Elektroinstallateur in die Lehre. Während dieser Zeit baute der Amateurfunker aus Steinen sein Interesse zur Radiotechnik auf.

Aus Hobby wird Beruf

Nach seiner Lehre widmete sich Hugenschmidt der Rundfunk und Fernsehtechnik. Er kam mit einem Funkamateur in Kontakt, der seine Leidenschaft für die Radiotechnik erkannte und ihn auf das Amateurfunken aufmerksam machte. Hugenschmidt wurde so auf das Funken aufmerksam und erwarb in vier Wochen über Seminare in Freiburg eine C-Lizenz. Es folgte ein Erwerb der Morseprüfung und der damit verbundene Erhalt der A-Lizenz. Mit dieser Lizenz eröffnen sich einem Amateurfunker viel mehr Möglichkeiten, wie Hugenschmidt erklärt: „Mit einer A-Lizenz kann ich mit sehr viel mehr Leistung funken und habe entsprechend auch ein breiteres Funkerlebnis.“

Über die Funkschau, eine Zeitschrift für Funktechniker, wurde Hugenschmidt auf eine Stelle beim Postdienst in Lörrach aufmerksam. Diese Postdienste hatten eine Funkabteilung, bei der er dann als Funktechniker eine Stelle antrat. Eine Entscheidung, über die er heute noch sehr glücklich ist: „Ich lebe meinen Traum von der Funktechnik und habe mein Hobby zum Beruf gemacht.“ Heute ist Hugenschmidt im Ruhestand. Der Liebe zum Amateurfunk ist der Technikbegeisterte aber treu geblieben. So ist Hugenschmidt Vorstandsvorsitzender vom Ortsverband Dreiländereck AO9 des Deutschen Amateur Radio Clubs (DARC). Dieser ist Deutschlands größter Amateurfunkverband mit rund 960 Ortsverbänden.

Beim Ortsverband kann jeder Interessierte in Kursen das Grundwissen für die Prüfung aufbauen. Diese Grundlagen sind vielseitig, wie Hugenschmidt darstellt: „Es sind Technikgrundlagen. Man lernt den Aufbau eines Senders und eines Modulators (Gebilde was die Frequenz moduliert), oder auch den Umgang mit Frequenzen.“ Bei Letzterem sei auch die Breite des Frequenzbands wichtig. Wer sich daran nicht halte, funke schwarz, warnt der Experte.

Wenn die Lizenz durch die Prüfung der Bundesnetzagentur einmal erworben wurde, dann erhält der neue Amateurfunker sein eigenes Rufzeichen. Nun ist die Identifikation weltweit möglich, und das Funken von Lörrach in die Antarktis oder nach Samoa und andere ferne Inseln kann starten, weiß Hugenschmidt. Die Möglichkeiten der digitalen Welt machen das Funkerlebnis zusätzlich interessant.

Mit Smartphone und PC geht das Funkerlebnis heute über „Hamnet“. „Hamnet“ ist ein nur für den Amateurfunk benutztes Netz. „Der Funktechniker gibt sein Rufzeichen beim Netz ein, wird dann autorisiert und kann sein Funkerlebnis genießen“, erklärt der Amateurfunker.

Weltweite Kontakte

Der Ortsverband Dreiländereck bietet nicht nur Kurse an, sondern er betreibt auch mehrere Relaisstationen. Eine davon befindet sich oberhalb von Schopfheim beim Staubecken. Eine Relaisstation ermöglicht es Funkkontakte weltweit herzustellen. Wichtig beim Amateurfunken ist auch die QSL- Karte. Sie bestätigt den Funkkontakt und gibt Informationen preis. Alte QSL-Karten gelten als begehrte Sammlerstücke. „Da konnte es schon einmal vorkommen, dass der Absender eine berühmte Persönlichkeit war.“

Heute gibt es die Karte elektronisch. Zu den Informationen der QSL-Karte gehören die Qualität des Funkkontakts und Informationen über die Zahl der gearbeiteten Länder. Die Besonderheit des Funkens macht für Hugenschmidt der technische Aspekt aus. Früher sei es die einzige Technik gewesen, um mit Ländern wie den USA, Russland oder China in Kontakt zu treten, die so weit weg wirkten. Diesen Traum vom Kontakt über das Funken liebt der Senior genauso wie damals, als er mit seiner ersten Lizenz in die Amateurfunkwelt einstieg.

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