Kreis Lörrach PPP-Lösungen und Hybrid möglich?

Vorbild Hochrheinstrecke: Die Elektrifizierung am Hochrhein wird als Ziel angestrebt. Foto: Fraune Foto: Die Oberbadische

Von Marco Fraune

Basel/Kreis Lörrach. Die angestrebte Elektrifizierung der Hochrheinstrecke zwischen Schaffhausen und Basel hat wieder Fahrt aufgenommen. Bei einem Treffen von deutschen Landes- und Kreisvertretern mit den betroffenen Schweizer Kantonen sind alternative Finanzierungsmodelle, Hybrid-Triebzüge als Übergangslösung und die Anregung der Aufnahme der Hochrheinstrecke in den Schweizer Tarifverbund als gemeinsame Sprachregelungen festgelegt worden.

Über diese neueste Entwicklung informierte gestern der Erste Landesbeamte Walter Holderried im Rahmen einer Jahrespressekonferenz (u siehe auch zweite Regio-Seite). Die deutsche und Schweizer Seite verständigte sich darauf, dass die Elektrifizierung als gemeinsames Ziel angestrebt wird. Auch wurde das große Interesse an einer Angebotsverbesserung auf der Hochrheinstrecke bekräftigt.

Da der Schweizer Bund das Projekt nicht zeitnah bezuschusst hat, wollen die regionalen Vertreter nun andere Möglichkeiten ins Auge fassen. Es würden auch alternative Finanzierungsmodelle wie eine „PPP-Lösung“ geprüft, also eine Zusammenarbeit von Privaten und öffentlichen Trägern.

Geprüft werden sollen als Übergangslösungen, ob eine Weiterführung des Dieselbetriebs und eine Lösung mit Hybrid-Triebzügen möglich sind. Dabei seien noch verschiedene Fragen zu klären, hieß es in der offiziellen Sprachregelung. Und: „Entsprechende Aufträge, insbesondere für eine Abschätzung der finanziellen Folgen eines Hybridmodells, wurden ausgelöst.“

Als „Sofortmaßnahme“ wurde außerdem angekündigt, dass die Schweizer Kantone die Aufnahme der Hochrheinstrecke in den Schweizer Tarifverbund anregen wollen. „Die Kantone werden die Deutsche Bahn auffordern, ein entsprechendes Gesuch zu stellen“, heißt es.

Nicht nur bei der Finanzierung der Elektrifizierung, sondern auch bei der ins Auge gefassten Angebotsverbesserung spielt das Geld eine zentrale Rolle. Diese sei abhängig von den finanziellen Folgen. Das Land will, dass die Zuschüsse für den Betrieb der Hochrheinstrecke das Niveau von 2013 nicht überschreitet. „Für eine Verdichtung des Angebots über den Stundentakt hinaus ist die Finanzierung offen“, so die Sprachregelung. Die Schweizer Vertreter seien bereit, bei ausgewiesenem Nutzen für die Schweizer Kunden einen „Interessenbeitrag an die Investitionen für die technische Umsetzung der Angebotsverbesserung zu leisten“, was aber unter dem Parlamentsentscheidungsvorbehalt stehe. Damit sei die Bereitschaft zur Mitfinanzierung vorhanden, so der Erste Landesbeamte gestern. Holderried bewertete das Gerüst der Formulierungen zugleich als eindeutig. Man sei der Elektrifizierungen einen Schritt näher gekommen.

Das Treffen in Basel fand am vergangenen Donnerstag statt. Teilgenommen haben daran Vertreter des baden- württembergischen Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur (MVI), der Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Schaffhausen, der Landkreise Lörrach und Waldshut, des Regionalverbandes Hochrhein-Bodensee sowie des schweizerischen Bundesamtes für Verkehr (BAV). Ziel sei es gewesen, das weitere Vorgehen in Hinblick auf eine Verbesserung des Verkehrsangebots beziehungsweise einer Elektrifizierung der Hochrheinstrecke (HRS) zwischen Basel und Schaffhausen festlegen zu können.

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