Kreis Lörrach Prozesse werden wieder dynamischer

Für 52 266 Beschäftigte im Landkreis Lörrach wurde Kurzarbeit angezeigt (Archivfoto). Foto: Die Oberbadische

Kreis Lörrach - Im Dreiländereck waren laut Lörracher Arbeitsagentur im Juli 10 443 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 144 Personen mehr als im Juni und 3382 mehr als im Juli 2019. Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,6 Prozent und damit über der Arbeitslosenquote des Landes Baden-Württemberg (4,4 Prozent).

„Der Arbeitsmarkt im Dreiländereck erholt sich leicht. Zwar ist auch in diesem Monat die Arbeitslosigkeit gestiegen, dies ist aber nicht nur Corona geschuldet, sondern zu Beginn der Sommerferien saisonüblich“, wird Jutta Hünenberger, Bereichsleiterin der Lörracher Arbeitsagentur, zitiert. Kündigungen zum Quartalsende, Auslaufen von Befristungen und auch junge Menschen, die ihre Ausbildung abgeschlossen oder die Schule beendet haben, melden sich jetzt vorübergehend arbeitslos, wenn auch – aufgrund verschobener Prüfungstermine – auf niedrigerem Niveau als in den Vorjahren. „Normalerweise entspannt sich die Situation zum Ende des Sommers wieder,“ so Hünenberger. „Die Beschäftigungsprozesse sind wieder dynamischer, Arbeitgeber fragen wieder stärker Arbeitskräfte nach und auch die Einstellungen steigen an und liegen sogar etwas über dem Niveau des Vorjahres.“

Trotz allem Optimismus: „Weiterbildung, Qualifizierung und Ausbildung sind unsere gesellschaftlichen Top-Themen. Gerade in unsicheren Zeiten dürfen wir diese nicht aus dem Blick verlieren. Es ist nicht nur von hoher Bedeutung, gute Weiterbildungsangebote zu schaffen, um Arbeitslose für den regionalen Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Genauso wichtig ist es, in die Ausbildung von jungen Menschen zu investieren, um keine Generation Corona entstehen zu lassen. Der Bedarf an Fachkräften wird auch durch eine Pandemie nicht weniger und könnte unsere Wirtschaft in einigen Jahren zusätzlich unter Druck setzen.“

Kurzarbeit

Seit März haben laut Mitteilung 4396 Betriebe im Agenturbezirk Kurzarbeit angezeigt. Im Vorjahreszeitraum waren es 16. Die Zahl der Beschäftigten, für welche seit März Kurzarbeit angezeigt wurde, beläuft sich auf 52 266 Personen. Im Vorjahreszeitraum waren es 485.

Der größte Anteil an allen Anzeigen entfällt auf Betriebe aus dem Bereich Handel/Verkauf und der Gastronomie. Gemessen am Anteil der Beschäftigten, für die Kurzarbeit angezeigt wurde, ist das verarbeitende Gewerbe am stärksten betroffen.

Bei der Bewertung ist wichtig, dass die Zahl der Anzeigen einen maximal möglichen Kurzarbeitsrahmen abbilden, jedoch noch nichts über die tatsächliche Inanspruchnahme von Kurzarbeit aussagen. Dazu sind Aussagen erst möglich, sobald die Arbeitgeber die Anträge auf Abrechnungen vorgelegt haben und diese bearbeitet sind.

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