Kreis Lörrach Räte sind für den Halbstundentakt

Adrian Steineck
Eine S-Bahn soll in einigen Jahren das Kandertal verkehrsmäßig besser einbinden. Eine vertiefte Machbarkeitsstudie soll näheren Aufschluss über die Wirtschaftlichkeit geben. Foto: Pixabay

Eine S-Bahn ins Kandertal nimmt weiter Form an.

Andreas Zahn, Leiter des Referats Eisenbahnen und Schieneninfrastruktur im Ministerium für Verkehr, stellte das Reaktivierungsprojekt des Landes Baden-Württemberg für die Kandertal-S-Bahn vor. Dieses ruhe grundsätzlich auf vier Säulen: einer landesweiten Potenzialanalyse sowie der Förderung einer Machbarkeitsstudie, für die das Land bis zu 75 Prozent der Kosten übernimmt. Drittens gebe es eine Investitionsförderung über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) und eine Kofinanzierung des Landes über bis zu 90 Prozent und viertens eine Übernahme von Betriebskosten bei Strecken mit hohem Potenzial.

Bis eine Kandertal-S-Bahn aber Realität wird, ist es noch ein gutes Stück des Wegs. Derzeit wird eine Realisierung in den 2030er-Jahren angepeilt; die IG Pro Kandertalbahn hingegen hält eine Umsetzung bis zum Jahr 2027 für realistisch.

Beim Land Baden-Württemberg befindet sich das Projekt der Kandertal-S-Bahn derzeit im Status einer sogenannten vertieften Planung beziehungsweise einer abgeschlossenen Machbarkeitsuntersuchung, sagte Zahn.

Halbstundentakt als Ziel

Im Rahmen der Vertiefungsstudie hat der Umweltausschuss am Mittwoch darüber hinaus eine Untersuchung auf Grundlage einer S-Bahn-Bedienung im 60-Minuten-Takt beauftragt. Diese kostet den Landkreis, der hier alleiniger Kostenträger ist, 7000 Euro.

Gleichwohl machten zahlreiche Stellungnahmen aus dem Ausschussrund deutlich, dass längerfristig der Halbstundentakt das Ziel ist. Klaus Eberhardt (SPD) sagte: „Politisches Ziel muss ein Takt von 30 Minuten sein.“ Es sei wichtig, in der Bevölkerung nicht den Eindruck zu erwecken, dass die Kandertal-S-Bahn kein adäquater Ersatz für eine dann wegfallende Busverbindung ist.

Ulrich May (Freie Wähler) regte ebenfalls an, eine Taktverdichtung zu prüfen – auch wenn die Machbarkeitsstudie ergeben hat, dass ein 60-Minuten-Takt das höchste Fahrgastpotenzial habe, wie Jakob Jochum, stellvertretender Leiter des Dezernats III (Mobilität, Umwelt und Strukturpolitik) beim Landratsamt, darlegte.

Gudrun Heute-Bluhm (CDU) sagte, dass sie den Kosten-Nutzen-Faktor vorerst noch offen lassen würde.

Kein Ersatz für den Bus

Landrätin Marion Dammann gab zu bedenken, dass eine Kandertal-S-Bahn den Bus nicht zu 100 Prozent ersetzen könne. „Wir sollten beides in Auftrag geben“, sagte sie mit Blick auf die Prüfung von Halbstunden- und Stundentakt.

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