Kreis Lörrach Schulstunden fallen häufig aus

Die Oberbadische, 11.04.2018 17:05 Uhr

Kreis Lörrach. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Kreis Lörrach traf sich mit Rainer Stickelberger zum Abgeordnetengespräch. Dabei ging es vor allem um eine Landtagsanfrage Stickelbergers zur Unterrichtsversorgung im Kreis Lörrach, wie die Gewerkschaft gestern mitteilte.

Stickelberger wollte wissen, was es mit dem Lehrkräftemangel und der Unterrichtsversorgung im Kreis auf sich hat, und hatte eine entsprechende Anfrage im Landtag gestellt. Nun liegen die Zahlen vor, bedürfen aber nach Meinung der GEW der Interpretation.

Klaffende Versorgungslücke

So hat das Land Baden-Württemberg im November vergangenen Jahres eine Stichprobenerhebung zum Unterrichtsausfall vorgenommen. Ergebnisse für den Kreis Lörrach: An Gymnasien und Beruflichen Schulen fielen 5,4 Prozent der Unterrichtsstunden aus, an Grundschulen hingegen nur 1,1 Prozent. „Diese Zahlen sind irreführend“, wird Anja Hanke, Kreisvorsitzende der GEW Lörrach, in der Mitteilung zitiert. „An Grundschulen fallen so wenig Stunden aus, da aufgrund der verlässlichen Grundschule die Kinder nicht wie an Sekundarschulen in Randstunden nach Hause geschickt werden können. Nahezu jede Stunde wird aufgefangen.“

Über die Zahlen zum Unterrichtsausfall hinaus bildeten die Angaben der Landesregierung zur Unterrichtsversorgung im Kreis den zweiten Schwerpunkt des Gespräches. So ist ersichtlich, dass die Unterrichtsversorgung im Kreis Lörrach in den vergangenen drei Jahren an Grund- und Werkrealschulen von 101,7 auf 97,4 Prozent gesunken ist. Im Realschulbereich sank die Versorgung von 103,4 auf 100,4 Prozent. „Wenn man bedenkt, dass es mindestens eine Versorgung von 106 Prozent bräuchte, um auch nur den Pflichtunterricht zu gewährleisten, wird klar, wie groß der Mangel inzwischen ist. Im Grund- und Werkrealschulbereich klafft somit eine Versorgungslücke von etwa zehn Prozent“, sagt Hanke.

 
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