Kreis Lörrach Stromrebellen als Vorbilder

Zum gleichberechtigten Vorstandsteam gehören (v.l.) Rüdiger Lorenz, Tilo Levante, Markus Siniava und Bernd Kalbfuß-Zimmermann. Foto: Gerd Lustig Foto: Die Oberbadische

Von Gerd Lustig

Kreis Lörrach. Der erste Schritt, gleichwohl der wichtigste, ist getan. Am Donnerstagabend wurde der Verein „Freifunk Dreiländereck“ aus der Taufe gehoben.

„Alles ist wunderbar gelaufen“, kommentierte Vorstandsmitglied Tilo Levante, in dessen Grenzach-Wyhlener Postagentur die Versammlung stattfand. Ziel und Zweck des Vereins ist unter dem Stichwort „Freies WLAN“ die Förderung von kabellosen und freien Netzwerken, die der Allgemeinheit zugänglich sind.

Geplant ist ein möglichst flächendeckendes Aufstellen von so genannten Routern in den Ortskernen der Kommunen im Dreiländereck Deutschland-Schweiz-Frankreich. Während es in Grenzach-Wyhlen bereits, unter anderem durch eine Initiative des FDP-Kreisverbandes (wir berichteten), recht passabel aussieht, besteht in anderen Gemeinden teils großer Nachholbedarf. Demnächst ist aber die Installierung solcher Router in Rheinfelden, Bad Säckingen und weiteren Orten am Hochrhein und im Dreiländereck geplant.

„Mit der Vereinsgründung geben wir uns eine geordnete Struktur und minimieren gleichzeitig das Haftungsrisiko Einzelner“, macht Levante deutlich. Ein liberales Netzwerk, das nicht stattlich kontrolliert wird, schwebt dem Kreisgeschäftsführer der FDP vor, und er betont: „Wir möchten keine Vorratsdatenspeicherung und auch keine Überwachung.“ Er vergleicht sich dabei ein klein wenig mit den Schönauer Stromrebellen, denen es ja damals auch gelungen sei, ein eigenes Stromnetz aufzubauen.

Neben der allgemeinen Förderung freier Netzwerke in der Region wird der Verein „Freifunker Dreiländereck“ in Zukunft die notwendige Grundinfrastruktur (Backbone) betreiben, lautet eines der vorrangigsten Vereinsziele. Die Finanzierung soll durch jährliche Mitgliedsbeiträge (24 Euro) und Spenden erfolgen. Weiterhin wird der Verein Gewerbetreibenden und Kommunen als Ansprechpartner dienen.

„Das Zugänglichmachen von freiem WLAN besitzt auch eine soziale Komponente“, machen unisono Rüdiger Lorenz und Tilo Levante deutlich. Sollte es mit dem Aufbau der Netzwerke und dem Aufstellen von Routern vorangehen, könnten auch die Menschen profitieren, die sich Flatrates oder Prepaid-Karten nicht leisten könnten.

Die 16 anwesenden Gründungsmitglieder wählten dabei Rüdiger Lorenz (Rheinfelden), Bernd Kalbfuß-Zimmermann (Weil am Rhein), Tilo Levante (Grenzach-Wyhlen) und Markus Siniava (Lörrach) als gleichberechtigte Mitglieder ins Vorstandsteam. Der neue Verein hat seinen Sitz in Rheinfelden und soll ins Register beim Amtsgericht Freiburg eingetragen werden.

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