Kreis Lörrach Ukrainekrieg hinterlässt Spuren

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Jeder vierte Betrieb sieht laut IHK-Konjunkturumfrage eine schlechtere Geschäftsentwicklung in den nächsten zwölf Monaten voraus. Foto: pixabay

Wegen des Krieges in der Ukraine verschlechtert sich das Konjunkturklima in der regionalen Wirtschaft. Insbesondere die deutlich spürbaren Preissteigerungen für Energie und Rohstoffe sowie die Störungen in den Lieferketten werden für die Betriebe zunehmend zur Bedrohung. Das geht aus der Konjukturumfrage der IHK Hochrhein-Bodensee hervor.

Kreis Lörrach. „Dabei überlagern sich Effekte des Krieges mit den Auswirkungen der noch nicht überstandenen Corona-Pandemie“, erklärt Alexander Graf, zuständig für die Konjunkturumfrage. Entsprechend gehen die Erwartungen über den weiteren Verlauf der Konjunktur bei den Unternehmen im IHK-Bezirk zurück. Der von der IHK errechnete Index für das Konjunkturklima in der Region sinkt von 120 Punkten zu Jahresbeginn auf derzeit 114 Punkte.

Gebremste Entwicklung

Dabei zeigt sich die Einschätzung der Geschäftslage bei den Betrieben mit einem Wert von 124 Punkten gegenüber der Befragung zum Jahreswechsel (ebenfalls 124 Punkte) noch stabil.

Die derzeitige Tendenz in den Auftragseingängen aus dem In- und Ausland zeigt sich bei jedem zweiten Produktionsbetrieb in der Region gleichbleibend. Die Zahl derer, die einen fallenden Auftragseingang zu verzeichnen haben, steigt allerdings deutlich von zwei Prozent zu Jahresbeginn auf derzeit 13 Prozent.

Der Auslastungsgrad der Kapazitäten im Produktionssektor sinkt leicht auf 87 Prozent. Die regionalen Produktionsbetriebe kämpfen mit weiter steigenden Produktionskosten. Dies hat auch Auswirkungen auf die Ertragslage. Diese bezeichnen rund 20 Prozent der Betriebe als schlecht. Der Indexwert der Lage für das produzierende Gewerbe im IHK-Bezirk sinkt von 138 auf 132 Punkte. Sie bleibt damit insgesamt positiv, zeigt aber erste Bremsspuren.

Käufer sind zurückhaltend

Leicht positiver als vor Monaten zeigt sich die Einschätzung beim regionalen Handel. 23 Prozent der Befragten beurteilen ihre Lage als gut, der Großteil (61 Prozent) als befriedigend. Gleichzeitig berichtet jeder zweite Händler von gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegenen Umsätzen. Der Lageindex im Handel zeigt sich damit verbessert und steigt auf 107 Punkte. Die Corona-Beschränkungen im Handel sind für die Kunden gefallen, die Zurückhaltung beim Konsum im regionalen Einzelhandel aber noch nicht. So bezeichnen 56 Prozent der Händler das Kaufverhalten ihrer Kunden als zurückhaltend, rund ein Drittel als saisonüblich.

Stabiler Lageindex

Der Lageindex im Dienstleistungsbereich zeigt sich seit Jahresbeginn stabil bei 122 Punkten. Dabei hat sich die Zahl der Dienstleister, die von einer schlechten Geschäftslage sprechen, von 22 auf 18 Prozent verringert. Gleichzeitig ist aber auch der Anteil derer, die ihre Lage als gut einschätzen, seit Jahresbeginn leicht gesunken. Gleiches gilt für den Umsatz, bei dem 21 Prozent einen Rückgang und 37 Prozent einen Anstieg gegenüber dem gleichen Vorjahresquartal verzeichnen. Zur zweiten Gruppe gehören auch diejenigen Dienstleistungsbetriebe, die durch die Corona-Verordnungen sehr lange und sehr deutlich limitiert wurden und nun wieder mehr oder weniger uneingeschränkt ihrer Tätigkeit nachgehen dürfen.

Im Auftragseingang zeichnet sich bei mehr als jedem zweiten Dienstleister momentan ein gleichbleibendes Auftragsvolumen ab; der Anteil derer mit tendenziell steigendem Volumen beträgt rund 20 Prozent, während ein Viertel von einem fallenden Auftragsvolumen berichtet.

Erwartungen

Die Geschäftserwartungen in der Region Hochrhein-Bodensee gehen zurück. Derzeit sieht jeder vierte Betrieb eine schlechtere Geschäftsentwicklung in den nächsten zwölf Monaten voraus. Damit hat sich dieser Anteil gegenüber der Befragung zu Jahresbeginn beinahe verdoppelt. Die Hälfte der Unternehmen erwarten einen gleichbleibenden Geschäftsverlauf.

Unter den Produktionsbetrieben erhöht sich der Anteil der Unternehmen, die mit schlechteren Geschäften rechnen, von null auf 16 Prozent. Auf der anderen Seite steigt aber auch der Anteil der produzierenden Unternehmen, die mit besseren Geschäften rechnen, von 33 Prozent zu Jahresbeginn auf nun 39 Prozent.

Im Handel nimmt die Zahl der pessimistischen Einschätzungen von 30 auf 35 Prozent zu, die Zahl derer mit optimistischen Erwartungen geht von 26 auf 20 zurück. Unter den Dienstleistern erwartet jeder Zweite gleichbleibende Geschäfte.

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