Kreis Lörrach Weibliche Stärken im Beruf nutzen

Die Oberbadische

Kreis Lörrach. Was können Frauen für den Auftritt im Beruf tun? Dieser Leitfrage ging der diesjährige Frauenwirtschaftstag im Dreiländereck nach. Spannende Antworten lieferte Referentin Nina Bessing, die bei Energiedienst in Rheinfelden die Teilnehmerinnen zum Diskutieren und Mitmachen anregte, wie es in einer Mitteilung heißt.

Ziel war es laut der Wirtschaftsregion Südwest (WSW), die federführend bei der Organisation war, Frauen Werkzeug zur Entwicklung der eigenen Karriere in die Hand zu legen. „’Empowerment‘ als die Stärkung von Frauen ist global aktuell ein großes Thema“, erklärte WSW-Projektleiterin Katharina Fraune die Hintergründe. „Wir wollen mit dem Frauenwirtschaftstag 2016 den Frauen im Dreiländereck und am Hochrhein eine Lern- und Netzwerkplattform bieten, bei der sie sich nicht nur untereinander austauschen, sondern auch etwas für den eigenen Berufsalltag mitnehmen können.“

Der Vortrag mit dem Titel „Erfolgreiches Auftreten im Job“ bot eine Vielzahl an Aspekten, die zum Nachdenken und Diskutieren anregten. Hauptaugenmerk lag dabei vor allem auf Instrumenten zur Selbststeuerung. Beispielsweise das Kultivieren der eigenen Stärken, die Selbstvermarktung und das professionelle Kommunizieren im Job. Durch die Verbindung aus persönlichen Anekdoten aus dem eigenen Berufsleben und wissenschaftlichen Studien vermochte es Referentin Nina Bessing, interessante Einblicke zu liefern. So unterscheidet die Wissenschaft heutzutage beispielsweise nicht mehr zwischen männlicher und weiblicher Kommunikation, sondern geschlechtsunspezifisch zwischen vertikalem und horizontalem Kommunizieren. Menschen, die horizontal kommunizieren, legen Wert auf eine inhaltliche Diskussion auf Augenhöhe. Im Gegensatz dazu sei laut Bessing der vertikale Kommunikator ein Mensch, dem es um das Ausdrücken seines Rangs innerhalb seiner Gruppe ginge. Allein das Wissen um diese unterschiedlichen Kommunikationsstile kann helfen, die eigenen Ziele stärker durchzusetzen und sich je nach Gesprächspartner zu positionieren.

Kontrovers diskutiert wurde vor allem das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Hier rief die Referentin dazu auf, sich von dem Mythos „Alles ist möglich!“ zu verabschieden. Die Realität sähe so aus, dass eine Führungsposition kein „9to5“-Job wäre. Dies bestätigte auch Irene Knauber, die selbst Mutter und Großmutter ist: „Die Kombination Helikoptereltern und Führung funktioniert einfach nicht. Man muss für sich definieren, was Elternsein bedeutet.“ Vereinbarkeit lasse sich aber dennoch regeln..

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