Kreis Lörrach Wichtige Anlaufstelle für Suchtkranke

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Die Drogen- und Jugendberatungsstelle Lörrach hat die Verantwortung für den Kontaktladen der Suchthilfe Drehscheibe. Foto:  

Nach den Kürzungen in der Suchthilfe vermeldet der Kontaktladen, der mit der Drogenberatungsstelle Lörrach zu Monatsbeginn fusionierte, einen geglückten Start. Das Angebot für chronifizierte Abhängigkeitserkrankte bleibt erhalten.

Der Landkreis Lörrach hatte im vergangenen Jahr beschlossen, dass Gelder auch im Suchthilfebereich eingespart werden müssen. Nach Verhandlungen fiel dann die Entscheidung, die niedrigschwellige Arbeit mit Konsumenten illegaler Drogen beim Arbeitskreis Rauschmittel (AKRM) zu bündeln. Das bedeutet, dass die Drogen- und Jugendberatungsstelle Lörrach des AKRM auch die Verantwortung für den Kontaktladen der „Suchthilfe Drehscheibe“ übernimmt. Allerdings muss im Rahmen dieses Prozesses eine Fachkraftstelle eingespart werden.

Eigentlich war der Verantwortungswechsel zum 1. Juli geplant. Doch zum Jahresbeginn wurde bekannt, dass zwei der bis dahin beim bwlv beschäftigten Mitarbeiter bereits zum 31. Januar die Drehscheibe verlassen würden. Daher haben bwlv und der AKRM entschieden, dass der Verantwortungswechsel für den niedrigschwelligen Bereich bereits früher vollzogen werden soll, wie die Akteure mitteilen.

Riesiger Kraftakt

„Das bedeutet für uns einen riesigen Kraftakt, innerhalb so kurzer Zeit neben dem laufenden Betrieb neue Strukturen zu schaffen und auch neues Personal zu finden“, sagt Frank Meißner. Eine neue Infrastruktur zum Beispiel im IT-Bereich aufzubauen bedeute für den AKRM auch erhebliche Investitionskosten.

Bereits in den Verhandlungen mit dem Landkreis wurde deutlich, dass bei den Öffnungszeiten des Kontaktladens etwas abgespeckt werden müsse, um den Verlust von insgesamt einer Fachkraftstelle zu kompensieren, heißt es weiter. Zunächst soll der Kontaktladen montags, mittwochs und donnerstags geöffnet sein. „Leider werden wir es nicht schaffen, fünf Öffnungstage pro Woche im Kontaktladen aufrechtzuerhalten. Durch Absprachen mit anderen Angeboten, insbesondere mit Kreuzweg, konnte aber gewährleistet werden, dass für Bedürftige in Lörrach an fünf Tagen in der Woche ein warmes und bezahlbares Mittagessen angeboten werden kann“, erklärt Meißner.

Glücklich sei man darüber, dass es gelungen sei, mit Isabel Mocker eine Fachkraft für die niedrigschwellige Arbeit zu gewinnen. Durch ihre Anstellung sowie die Erhöhung bereits bestehender Beschäftigungsdeputate können der Kontaktladenbetrieb und die Betreuung der Klienten gewährleistet werden. Zudem konnte mit Sarah John eine Praktikantin eingestellt werden, informiert Meißner. Unterbesetzt ist allerdings noch die Küche.

Rund 20 Besucher pro Tag

„Der Kontaktladen soll auch in Zukunft ein Aufenthaltsort für langjährige Drogenkonsumenten sein, in dem sie sich mit einer warmen Mahlzeit versorgen und ihren Hygienebedürfnissen nachkommen können“, sagt Mocker.

Mit durchschnittlich 20 Besuchern pro Öffnungstag und 15 ausgegebenen warmen Mahlzeiten sehen die Verantwortlichen den Kontaktladen mit dem neuen Konzept auf dem richtigen Weg. Neben der sozialarbeiterischen Unterstützung werde ein Schwerpunkt auf die Schadensminimierung gelegt. So können Spritzen getauscht oder gekauft sowie eine Safer Use/Safer Sex-Beratung in Anspruch genommen werden. Besondere Aufmerksamkeit soll auf Begleiterkrankungen wie HIV und Hepatitis gelegt werden.

Derzeit sind die Akteure dabei, zu prüfen, wie in Zukunft einzelne Klienten in die Arbeit mit einbezogen werden können. Darüber hinaus bestünden bereits heute Überlegungen – zusammen mit der Schwerpunktpraxis – eine Wundversorgungssprechstunde anzubieten, wie es weiter heißt. Aktuell hätten Drogenkonsumenten fast keine Anlaufstellen bei diversen Wundheilungsstörungen.

Dass die Suchthilfe bei den aktuellen Kürzungen erst einmal mit einem blauen Auge davongekommen ist, sei vor allem der besonnenen und verantwortlichen Kooperation von bwlv und AKRM zu verdanken, erklärt Meißner.

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