Kultur Ein Kunst-Star und seine Schätze

Dominique Spirgi
Von John Jaspers gesammelt: Untitled (Bather with Sunglasses) von Eric Fischl, 1984 Foto: Collection of Jasper Johns

Das sind schon echte Hingucker: Werke aus der Privatsammlung von Jasper Johns sind im Kunstmuseum zu sehen.

Jasper Johns gehört nicht nur zu den wichtigsten Künstler des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart, er ist auch ein versierter Kunstsammler. Das Kunstmuseum Basel gewährt nun exklusiv Einblicke in seine sehr persönlich gefärbte Sammlung von Zeichnungen.

Spannungsbogen

Ein Zeichnungspaar gleich beim Eingang zur Ausstellung manifestiert den Spannungsbogen von Jasper Johns’ Sammlung: Da hängt ein etwas ungelenk und laienhaft wirkendes Selbstporträt eines anonymen jungen Mannes neben dem meisterhaft skizzierten Pendant von Cézanne. Das anonyme Porträt markiert den zeitlichen Beginn der Sammlungstätigkeit, dasjenige von Cézanne einen künstlerischen Schwerpunkt.

Dass das Kunstmuseum Basel große Teile dieser Sammlung - es sind 103 Werke von 47 Künstlern und Künstlerinnen - zeigen und damit einen lange gehegten Wunsch von Direktor Josef Helfenstein erfüllen kann, liegt in der besonderen Beziehung zwischen dem 1930 geborenen berühmten Wegbereiter der Pop Art und dem Museum.

Dieses hat bereits früh Werke von Jasper Johns angekauft und besitzt laut Helfenstein heute die bedeutendste Sammlung seines Werks in Europa. Dies nicht zuletzt auch dank des Zutuns des Künstlers selbst. Er hat dem Kunstmuseum 1994 zu Gedenken an den früheren Museumsdirektor und Freund Christian Geelhaar (1939-1993) zwei kapitale Gemälde vermacht – darunter eines seiner ikonischen Amerikaflaggen.

„Dinge, die mir gefallen“

Die aktuelle Ausstellung zeuge von einem Sammler, der mit einem fühlenden und nicht einem berechnenden oder kunstwissenschaftlichen Auge vorgegangen ist, sagte Helfenstein an der Medienführung. Darauf weist auch ein Zitat von Jasper Johns hin: „Ich wähle Dinge aus, die mir gefallen. Oft ist der Zufall im Spiel.“

Zufall und Sachverstand

Der Zufall mag vielleicht oft eine Rolle gespielt haben. Die Sammlung selber zeugt aber von einem großen Sachverstand und einem ausgesprochen guten Geschmack. Darin finden sich Werke, oftmals Skizzen oder zeichnerische Entwürfe, von so bedeutenden Künstlern wie Cézanne, Picasso, Matisse, René Magritte, Paul Gauguin, Alberto Giacometti, Marcel Duchamp oder seiner engen Künstlerfreunde Willem de Kooning, Robert Rauschenberg, Cy Twombly und so weiter.

Hände und Körper

Ein inhaltlicher Schwerpunkt liegt auf der zeichnerischen Darstellung von Körpern, seien es nun die legendären Badenden von Cézanne aus den 1880er-Jahren oder der hundert Jahre später entstandene „Pissing Man“ von Eric Fischl. Auffallend sind die zahlreichen einzigartigen Hand-Darstellungen etwa von Picasso, Käthe Kollwitz, Duchamp oder des Renaissancekünstlers Bartolomeo Passarotti.

Die Ausstellung „Jasper Johns - Der Künstler als Sammler. Von Cézanne bis de Kooning“ ist noch bis 4. Februar 2024 im Neubau des Kunstmuseums Basel zu sehen.

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