Leser helfen Ein Startrompeter mit Bodenhaftung

Siegfried Feuchter
Kevin Pabst unterstützt die Hilfsaktion „Leser helfen Not leidenden Menschen“. Foto: Kevin Pabst/zVg

Kevin Pabst aus Wittlingen gehört zu den gefragtesten Trompetern Deutschlands.

Welch herausragender Trompeter Kevin Pabst ist, zeigte sein Auftritt bei der Benefizgala „Binzener Runde“, als er zusammen mit Ilja Martin aus Berlin, Frontsänger der „Jungen Tenöre“, die Auftaktveranstaltung mit musikalischen Einlagen bereicherte. Nicht zum ersten Mal unterstützt er die Hilfsaktion des Verlagshauses Jaumann, ist doch soziales Engagement für den 32-Jährigen Ehrensache. Dieser Einsatz für andere drückt sich auch in der Mitgliedschaft im Lions-Club Schliengen aus, ebenso gastiert er immer wieder ohne Gage in Pflegeheimen, um alte Menschen zu erfreuen.

Pabst ist in Wittlingen groß geworden, das ist sein Heimatort, auch wenn er inzwischen in Lörrach wohnt. Seine Eltern betreiben in der Kandertalgemeinde eine Konzertagentur. Zur Musik kam er durch seinen Opa. „An jedem Familienfest hat er gesungen, das hat mich schon als Dreijähriger inspiriert“, sagt der Startrompeter mit Bodenhaftung, der mit viel Talent und viel Fleiß längst zu einem gefragten Spitzenmusiker avanciert ist. Er hat sich mit seinem strahlenden Trompetenklang ein ausgezeichnetes Renommee erarbeitet.

Sein Talent zeigte sich früh

Als Kevin Pabst in jungen Jahren im Fernsehen Louis Armstrong Trompete spielen hörte, wusste er: „Das ist mein Instrument.“ Mit zehn Jahren ging er zum Musikverein Egringen, wo Siegfried Wenk sein erster Ausbilder war. Sehr früh merkten Wenk und seine Eltern, dass großes Talent in Kevin steckt, der täglich mehrere Stunden übte. Von da an entwickelte sich der ambitionierte Musiker immer weiter. Schließlich entdeckte und förderte ihn Walter Geiger, bekannter Komponist, Arrangeur und Produzent. In München nahm der Wittlinger Trompeter drei Alben auf, unter anderem „Ein Traum ist frei“, bei dem die Münchener Philharmoniker mitwirkten. Es folgten Tourneen durch Deutschland, Schweiz, Frankreich und Italien sowie Radio- und Fernsehauftritte und zahlreiche Gastspiele wie zum Beispiel bei Konzerten von Semino Rossi und Hansi Hinterseer. In der ZDF-Sendung „Heiligabend mit Carmen Nebel“ demonstrierte Pabst zweimal sein großes Können, als er vor einem Millionen-Publikum zusammen mit Ilja Martin und der Sängerin Ella Endlich eine besondere Version von „Stille Nacht, heilige Nacht“ präsentierte.

Pabst, der konsequent und zielgerichtet seinen Weg ging, verstand es bestens, Schule, Beruf und Studium an der DHBW Lörrach mit seiner Leidenschaft, dem Trompetenspiel, unter einen Hut zu bringen. Der studierte Bankkaufmann und Finanzdienstleister stellte sich 2016 nach einer Tournee durch Amerika und Kanada beruflich neu auf. Er erweiterte seine berufliche Fachrichtung durch ein Studium zum Tourismusökonom und ist seither für die in der Region bekannte Familie Stiefvater tätig.

Aber nicht nur beruflich gab es eine Veränderung, auch musikalisch entwickelte er sich weiter. Sein erstklassiges Trompetenspiel beschränkt sich längst nicht mehr auf Volksmusik und Schlager, sein vielseitiges Repertoire umfasst nun auch andere Stilrichtungen bis hin zu Opern. „Ich spiele mittlerweile nur noch Pop, Jazz und Klassik auf eine neue, moderne Art“, sagt Kevin Pabst, dessen aktuelles Album und Programm „Zeitreise“ heißt. Für 2024 ist ein neues Album mit Bert Kaempfert-Melodien in Planung.

Potts und Pabst

Mit den Jungen Tenören, bekannt für ihr gesangliches Feingefühl, arbeitet Kevin Pabst seit mehreren Jahren eng zusammen, ebenso präsentiert er seit 2018 immer wieder den weltberühmten Tenor Paul Potts, auf dessen Tourneen er auftritt. Das ist sozusagen ein musikalischer Ritterschlag. In den nächsten Wochen startet eine neue Tournee, die Potts und Pabst durch ganz Deutschland führt.

Der Terminkalender des 32-jährigen Trompeters ist prall gefüllt. „Allein im November und Dezember bestreite ich 30 Konzerte“, sagt er. Wenn man ihn nach besonderen Highlights fragt, nennt er spontan zwei Ereignisse: einen Auftritt bei den Galakonzerten der Elblandfestspiele Wittenberge zusammen mit dem Filmorchester Babelsberg und zum Jahreswechsel 2022 das Silvesterkonzert auf dem Stuttgarter Schlossplatz vor 18 000 Besuchern. Mit dabei war unter anderem Paul Potts. Auch in diesem Jahr wurde Kevin Pabst wieder für das Silvesterkonzert in der Landeshauptstadt engagiert.

Trompete ist immer dabei

Ein striktes Zeitmanagement ist bei einem so prall gefüllten Terminkalender unerlässlich genauso wie das tägliche Üben – auch im Urlaub. Selbst auf den Malediven hatte er sein Musikinstrument dabei – auch am Strand. „In der Regel probe ich immer zuhause zwischen 22 und 24 Uhr mit einem Dämpfer“, sagt der leidenschaftliche Trompeter, dem ein familiäres Umfeld wichtig ist. Vor allem ist er seiner Frau Katrin für „die starke Unterstützung und das Verständnis“ dankbar, ebenso seinen Eltern.

„Mit Musik jemanden berühren sind die schönsten Momente“, erklärt der 32-Jährige seine Motivation. Und weil die Musik in seinem Leben immer mehr Raum einnimmt, hat der frühere Fußballer des FC Wittlingen im Sommer ein anderes Engagement nach siebenjähriger Tätigkeit aufgegeben: Das Amt des Sportchefs in seinem Heimatverein. Doch sportliche Betätigung als Ausgleich zu Beruf und Musik gehört nach wie vor dazu: Fitnessstudio, Laufen und Wandern.

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