Leser helfen Vielseitiges künstlerisches Schaffen

Siegfried Feuchter
Gerhard Hanemann in seiner Galerie in Ötlingen Foto: Siegfried Feuchter

Auch der Künstler Gerhard Hanemann, Initiator des Art-Dorfs Ötlingen, will helfen.

Für den 71-jährigen Künstler und Galeristen ist es eine Herzensangelegenheit, anderen Menschen helfen zu können. Neben drei großformatigen Gemälden unterstützt er die Aktion des Verlagshauses Jaumann (Die Oberbadische, Markgräfler Tagblatt, Weiler Zeitung) mit 100 Kunstkarten-Sets mit je fünf Karten in Hüllen.

Grafiker, Maler, Galerist

Hanemann, ein gelernter Grafiker, hat in Ötlingen 30 Jahre bis 2012 erfolgreich eine Druckerei betrieben, ehe er sie verkaufte und die Räume zu einer Galerie auf zwei Etagen umgestaltete. Seither widmet sich der passionierte Maler, der schon in jungen Jahren und besonders während der Schulzeit kreativ tätig war, voll und ganz der Kunst.

Noch gut erinnert sich der Ötlinger daran, als er mit zwölf Jahren ins Krankenhaus musste. Denn während seines vierwöchigen Aufenthalts malte er jeder Krankenschwester zu deren Freude ein Bild. Während seiner beruflichen Tätigkeit als Grafiker und Drucker, bei der er es mit Druckkunst zu tun gehabt hatte, malte Hanemann immer nebenher.

„Ich habe damals noch keine Ausstellungen gemacht, sondern immer nur für mich selbst gemalt. Die Malerei war und ist mein großes Hobby“, sagt der 71-Jährige. Er bevorzugt keine Stilrichtung. Sein kreatives Schaffen ist vielseitig. Hauptsächlich malt der Ötlinger mit Acrylfarben und wendet verschiedene Maltechniken an. Ob Landschaften, Porträts oder Leuchtendes – Gerhard Hanemanns farbenprächtige Bilder zeigen unterschiedliche Motive. Und seine abstrakten Gemälde mit Linien, Formen, Strukturen und Strichen sind ebenso ein Blickfang.

Erfolgsgeschichte Art-Dorf

Als der Künstler 2004 anfing, großformatige Bilder zu malen, war dies auch eine Initialzündung für das von ihm realisierte Projekt Art-Dorf Ötlingen. Hanemann, der mit seiner Idee und Initiative für eine Freiluftgalerie offene Türen einrannte, fand schnell zahlreiche Unterstützer. An die 80 Künstler aus der Region und darüber hinaus konnte er gewinnen und vor allem auch Ötlinger Hauseigentümer, die bereit waren, Wandflächen an ihrem Gebäude zur Verfügung zu stellen oder aber ihren Vorgarten, um dort eine Skulptur aufzustellen.

Mit großem Engagement und viel Beharrlichkeit setzte Gerhard Hanemann das Projekt 2007 um. Bilder und Skulpturen wurden und werden bei jedem Austausch der Kunstwerke mit ästhetischem Gespür an das Dorfbild angepasst. Bis heute ist das Art-Dorf eine Erfolgsgeschichte und zieht Jahr für Jahr viele Besucher und Kunstfreunde in das schmucke Dorf auf dem Berg. „Die Resonanz ist sehr positiv, Besucher kommen von weit her oder machen auf dem Weg in den Urlaub einen Abstecher nach Ötlingen für einen gewinnenden Rundgang durchs Dorf“, sagt Hanemann und verweist auch auf die sehr gut angenommenen Führungen mit der Stadtführerin Monika Merstetter. Und der bis zur Corona-Pandemie alle zwei Jahre veranstaltete Tag der Kunst zieht tausende Besucher nach Ötlingen und ist ausgezeichneter Werbeträger.

Kunstkalender und Karten

Der Galerist, der seit Langem Jahr für Jahr einen sehr ansprechenden und gefragten Kunstkalender mit eigenen Gemälden druckt und diesen seit drei Jahren in Zusammenarbeit mit dem e&k Sanitätshaus herausgibt, ist während der Öffnungszeiten seiner Galerie an der Dorfstraße 107 immer selbst anwesend.

„Corona hat viel kaputt gemacht“, sagt Hanemann mit dem Hinweis, dass während der Pandemie-Zeit nur zehn Prozent der Besucher in die Galerie kamen. Er hat nicht nur Kunden aus der Region, sondern vereinzelt auch von weit her sowie auch aus der Schweiz und Frankreich. Das Geschäft ziehe jetzt zwar wieder an, doch spürbar sei nach wie vor eine Kaufzurückhaltung. Hanemann verleiht auch kostenlos einige seiner Gemälde an Kliniken und Reha-Einrichtungen, um dort einen Blickfang zu schaffen und Farbe ins Haus zu bringen. Gefragt und beliebt sind auch seine Kunstkarten mit 80 verschiedenen Motiven, die er selbst druckt.

Hanemann ist nicht nur ein vielseitiger Maler und umsichtiger Galerist, sondern seit Jugendzeiten auch ein leidenschaftlicher Sportler. Mit 15 Jahren zog es ihn zum Judo. Doch längst hat es ihm – und das seit mittlerweile 50 Jahren - der Kampfsport Jiu-Jitsu angetan. Er hatte 1995 bei der TSG Ötlingen eine Jiu-Jitsu-Abteilung gegründet, war viele Jahre deren Abteilungsleiter, und noch heute trainiert der Inhaber des 5. Dan Jiu-Jitsu Kinder, Jugendliche und Erwachsene in der sanften Kunst der Selbstverteidigung. Kunst und Sport – für Gerhard Hanemann ist das eine gelungene Verbindung.

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