Lörrach 2000 Tüten mit Lebensmitteln

Kristoff Meller

Lörrach - Drei Wochen lang hat die Firma Hieber in ihrem Markt am Meeraner Platz für die Tafel Dreiländereck Lörrach-Weil vorgepackte Lebensmittelpakete verkauft, um den Verein bei den Herausforderungen der Corona-Pandemie zu unterstützen. Am Montag wurde vor dem Markt zudem ein Scheck über 500 Euro übergeben, während sich die Kunden im Inneren am ersten Tag der neuen Maskenpflicht teils kreativ zeigten.

Für fünf Euro konnten die Kunden eine Tüte mit Lebensmitteln im Wert von 6,50 Euro kaufen, die nun an Kunden des Tafelladens in Brombach gehen. Außerdem stehen im Eingangsbereich prominent platziert zwei große Aufsteller samt Kisten, in die Spenden für den Tafelladen und für das Hauinger Tierheim abgegeben werden können.

Tafelladen muss neue Vorschriften ebenfalls umsetzen

„Die Aktion war mit 2000 Tüten sehr erfolgreich und geht jetzt zu Ende, die Kisten bleiben stehen“, erläuterte Hieber-Geschäftsführer Karsten Pabst beim Pressegespräch. Er überreichte zudem eine Spende der Hieber-Stiftung in Höhe von 500 Euro an Angelika Kiefer von der Tafel Dreiländereck.

„Das Geld können wir gut gebrauchen“, sagte Kiefer. Denn für den Tafelladen gelten die gleichen Vorschriften wie für den regulären Einzelhandel: „Wir benötigen zum Beispiel ein Kassenhäusle mit Spuckschutz“ – das erste Angebot lag im mittleren vierstelligen Bereich.

Auch die Umsetzung der notwendigen Maßnahmen wie Bodenmarkierungen und Maskenpflicht seien für den Verein nicht einfach: „Wir lernen jeden Tag dazu“, sagte Kiefer. Gleichwohl sei die Spendenbereitschaft in der Bevölkerung insgesamt groß, um die Versorgung der mehr als 1000 Ausweisinhaber weiter zu gewährleisten.

Derzeit kommen laut Kiefer zudem auch vereinzelt Bedürftige ohne Ausweis hinzu, die aufgrund der Corona-Krise einen plötzlichen Verdienstausfall zu beklagen hätten und sich keinen Einkauf im normalen Supermarkt leisten könnten. Sie werden laut Kiefer ebenso bedient wie Kunden aus anderen Gemeinden, wo wie in Schopfheim der Tafelladen derzeit coronabedingt geschlossen ist.

Mit Gasmaske zum Einkaufen

Die Kunden verhielten sich derweil am ersten Tag der neuen Maskenpflicht im Einzelhandel laut Pabst in allen Märkten vorbildlich: „Sie sind super diszipliniert und halten sich an den Abstand. Wir hatten bislang nur zwei Personen ohne Maske.“ Viele Kunden nutzten Stoff- oder einfache OP-Masken, ein Mann kaufte hingegen mit einer Gasmaske ein. Dazu klären Hinweisschilder über die Verhaltensregeln auf und es stehen Einweghandschuhe sowie Desinfektionsmittel bereit. Im Eingangsbereich informiert ein großer Bildschirm zudem über die aktuelle Kundenzahl. 220 Personen sind auf den insgesamt 3000 Quadratmetern laut Pabst das Maximum. Derzeit reiche das angesichts der fehlenden Schweizer Kunden meist aus, sonst müssten die Kunden vor dem Laden warten.

Suppenküchen-Angebot wird nur wenig angenommen

Deutlich weniger Andrang als erwartet herrscht indes bei der seit der Osterwoche vor dem Markt angebotenen Suppenküche für Bedürftige: „Das Maximum waren 15 Personen, im Schnitt sind es aber keine zehn, obwohl wir das Angebot über die Tafel und die Streetworker beworben haben“, erklärte Pabst. Die ursprüngliche Idee, das Konzept der kostenlosen Mahlzeiten – es gibt auch etwas zum Trinken und Obst – nach einer Testphase auf die übrigen Märkte auszuweiten, wurde darum verworfen.

„Das ist schade, aber wenn es schon in Lörrach nicht angenommen wird, macht es in den ländlicheren Regionen keinen Sinn“, sagte Pabst. Im Lörracher Markt soll die Suppenküche jedoch fortgeführt werden, bis die regulären Angebote anderer Einrichtungen wieder zur Verfügung stehen. „Das ist ein besonderes Anliegen der Familie Hieber“, betonte Pabst.

Maibock-Bier aus der Hausbrauerei vorgestellt

Im Anschluss an die Spendenübergabe wurde mit einem Fassanstich das frisch gebraute Maibock-Bier aus der Hausbrauerei vorgestellt, mit dem der Mai eingeläutet werden soll: „Wir wollen für gute Stimmung sorgen und wenigstens etwas von der Corona-Krise ablenken“, erklärte Marktleiter John Eble. Das Bier zeichnet sicht laut Brauer Tobias Hofmann durch eine sechs- bis achtwöchige Reifezeit aus und verfügt über „eine schöne Restsüße“.

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