Lörrach Alles Konfetti z’Lörrach!

Lörrach - Der Winter muss dieses Jahr nicht ausgetrieben werden. Um so besser! Ohne zu bibbern, konnten sich am Sonntag zehntausende Fasnächtler bei frühlingshaften Temperaturen am närrischen Spektakel in der Lörracher Innenstadt und über einen gewohnt bunten, hexenfrechen und Musik schmetternden Umzug freuen.

Über 3300 aktive Teilnehmer in 125 Zünften und Gruppen, darunter über 30 Musikformationen, sorgten satte drei Stunden für Stimmung an der von Zuschauern dicht gesäumten Strecke. Chaoten blieben außen vor, dafür sorgten offensichtlich erfolgreich die Einlasskontrollen, an denen sich schon früh Schlangen bildeten. Doch so konnten die Lörracher und viele Gäste von außerhalb friedlich tief in die Tradition der alemannischen Fasnacht eintauchen.

„Vom Lutz kei Stutz“

Dafür sorgten zahlreiche Lokalmatadore aus Lörrach und den Nachbargemeinden, aber auch Gäste von weiter her und aus der benachbarten Schweiz.

Als echter Hingucker stach der Themen-Wagen der Schrobbe Chöpf us Stette hervor. „Vom Lutz kei Stutz“ hieß es da in Bezug auf den Sanierungsstau an der Stettemer Fridolinschule. Zur Begeisterung der Zuschauer wurden dazu Ein-Lutz-Stutz verteilt – wenn das mal echte Kohle wäre!

Umzugs-Impressionen im Video

Witzig auch die Idee der Eisbären-Clique, die ihre Kostüme mit Kassen-Bon-Streifen beklebten und so ein heiß diskutiertes Thema aufgriffen. Die Zigüner-Clique wiederum verkündete ganz kölsch „Dr Zoch kütt“, nahm damit Bezug auf die Zuschuss-Diskussion im Lörracher Gemeinderat und spielte die Drohung des Obergildenmeisters Jörg „Roß“kopf aus: Gibt’s keine Unterstützung, gehen die Lörracher Fasnächtler eben nach Köln. Die Schnägge Clique aus Düllige hingegen widmete sich dem Sujet „Wald und Wiesen“.

Queen und Boris Johnson

Schon zu Beginn des Zuges hatten zudem die Lörracher Zundel mit Pyramide begeistert und die Narrenzunft amüsiert, unter die sich doch tatsächlich die Queen und Boris Johnson mischten.

Ein gesungenes „Happy Birthday“ gab es während des Umzuges mehrfach von der Ehrentribüne zu hören. Schließlich hatten einige Teilnehmer Jubiläen, runde Geburtstage oder Schnapszahlen vorzuweisen. 44 Jahre die Maiebueler Häxebäse, 40 Jahre die Schloßdüüfel und die Trottwarschlurbi, 66 Jahre die Stettemer Frösch, dabei aber immer noch giftig, und viele mehr...

Traditionell schön auch der Kontrast, den der Lörracher Umzug zu bieten hat: Da ratschen die urigen Dingele-Spättle aus Ortenberg, gefolgt von den tranceartigen Klängen der Schuumwaaije Dambuure aus Basel, die das erste Mal in Lörrach mit dabei waren. Da hauen die Xälzbäre aus Dürnau einen flotten Gugge-Sound raus, sogar liegend und samt BH an der Tuba. Und die gar gruseligen Tartaros Perchten aus Donaueschingen schwingen ihre Peitschen auch mal zart auf den Allerwertesten der Zuschauer. „Do steh ich nit druff“, kommentiert Johanna Fisch trocken und unter Gelächter vor der Tribüne.

Vespa und Garde-Mädchen

Die CO 2-Bilanz des Tages dürften die Zweitakter des Vespa-Clubs etwas verdorben haben, die teils waghalsige Fahrten ablieferten. Und sogar Garde-Mädchen schwangen z’Lörrach ihre Beine.

Wer ohne Konfetti im Haar und ohne Bonbons in der Tasche nach Hause ging, war selbst schuld. Und wer danach immer noch nicht genug hatte, stürzte sich anschließend noch in den närrischen Guggen- und Disco-Sound.

 Weitere Fotos unter www.dieoberbadische.de

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