Lörrach Auch in herausfordernder Zeit kein Jammern

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Im Glashaus-Atelier: Josha Frey (links), Künstlerin Sandra Stankiewitz und Erwin Köhler Foto: zVg

Die Energiekosten drücken die Stimmung im Nellie Nashorn, dem Theater Tempus fugit sowie dem Atelier Frieda der Lebenshilfe im Glashaus, doch laut gejammert wird nicht. Dieses Stimmungsbild hat der kulturpolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Erwin Köhler, bei einer Kulturtour in Lörrach mitgenommen.

Von Marco Fraune

Lörrach. „Viele Leute im Landkreis Lörrach nehmen die Geschicke in die Hand und werden selber aktive. Sie sehen den Herausforderungen positiv entgegen“, fasste der Lörracher Grünen-Landtagsabgeordnete Josha Frey im einem Pressegespräch die Treffen zusammen. Die interkulturelle Förderung soll gestärkt werden, hieß es auch.

„Atemberaubend“

Köhler, der seit einem Jahr nicht nur als jüngstes Mitglied im Landtag sitzt, 27 Jahre alt, sondern auch die Sprecher-Rolle ausfüllt, zeigte sich begeistert vom Wirken im äußersten Südwesten. „Die kulturelle Vielfalt in Lörrach ist atemberaubend.“ Auf diese sei Lörrach sehr stolz, erklärte Grünen-Fraktionschefin Margarete Kurfeß. Gleichzeitig weiß sie um die Finanznöte. „Wir haben ein bisschen Angst, wie können wir das in den nächsten Jahren stemmen.“

Gleichzeitig weiß der Abgeordnete, dass sich insgesamt in der Republik der Kulturbereich noch nicht erholt habe. Doch beispielsweise zeige auch das Nellie, dass Wege gefunden werden. Im Glashaus gebe es mit der Lebenshilfe als Träger „Kunst auf professionellem Niveau“, zeigte er sich beeindruckt. Positiv hob Köhler die an den Tag gelegte Kreativität im Theater Tempus fugit hervor, für das er seine große Wertschätzung äußerte. Und hier werde beispielsweise für vertriebene ukrainische Kinder oder auch Jungen und Mädchen, die nicht so gut versorgt sindein Angebot gemacht. Frey: „Die brauchen Bezugspersonen und sichere Häfen.“ Wichtig sei, dort den Rahmen zu schaffen.

Vernetzung ist zentral

Dem kulturpolitischen Sprecher ist wichtig, dass der Dialog mit den Kultureinrichtungen weiter gepflegt wird. Die Vernetzung sei zudem zentral. Im Land habe sich sogar gezeigt, dass eigentlich in Konkurrenz stehende kulturelle Einrichtungen sich nun vernetzen und gemeinsam arbeiten, wie die neue Vereinigung „Clubkultur Baden-Württemberg“, ein Interessensverband der Akteure aus den Bereichen Club-, Kultur- und Musikveranstaltungen sowie Konzerte und Festivals in Baden-Württemberg. Köhler: „Da hat sich was bewegt.“

Wichtig sei, dass sich dies nicht verflüssigt. Das Land habe außerdem durch schnelles Handeln Risse in der Kulturszene vermieden. Ein Knackpunkt sei aber, dass die Zuständigkeit für Kultur auf drei Ministerien verteilt sei.

Fördergelder vom Land

Dass die Einrichtungen in monetärer Hinsicht flüssig bleiben, daran will das Land weiter mitwirken, unterstrich Frey. „Das Land steht zu seinen Zusagen.“ So wird Tempus fugit zu zwei Dritteln vom Land (190 000 Euro) und zu einem Drittel von der Kommune gefördert, beim Nellie (Landesanteil 56 000 Euro) und dem Glashaus ist das Verhältnis umgekehrt. Sinkt die kommunale Förderung also, sinkt auch der Landesanteil, so der Lörracher Landtagsabgeordnete.

Erst einmal sorgen sich die Kultureinrichtungen um die Energiekosten. Hier laufen auch auf Landesebene noch die Gespräche, wie zu einem Green-Culture-Pilotprojekt. Im Nellie und auch bei Tempus fugit handelt es sich aber um städtische Immobilien, die an die Institutionen vermietet wurden. Zumindest ist schon einmal während der Corona-Phase die Umstellung im Nellie Nashorn dank Pandemie-Fördergeldern auf energiesparende LED-Beleuchtung erfolgt.

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