Lörrach Auf dem Sprung ins wasser

Die Oberbadische, 15.05.2018 17:29 Uhr

Noch herrschen im Schwimmerbecken 18 Grad Wassertemperatur – und gähnende Leere. Ringsum allerdings wird emsig geschrubbt, geputzt, gemäht und gewerkelt, damit bis zur Eröffnung des Freibads am Samstag alles parat ist.

Von Gabriele Hauger

Lörrach. Wenn dieses Jahr wieder die 100 000er Besuchermarke geknackt wird – letztes Jahr waren es 127 000 – sind Wolfgang Droll, Betriebsleiter Stadtwerke, und „Hausherr“ Alexander Rudnick, Technischer Leiter der Bäderbetriebe, zufrieden. Mehr Besucher dürfen es aber gerne sein. Denn, so Droll: „Dieses Bad hat es verdient. Es macht seinem Namen ’Parkschwimmbad’ schließlich alle Ehre“, meint er mit begeistertem Blick auf die ausladenden Baumkronen auf der großen Liegewiese.

Einen Beitrag zur Attraktivitätssteigerung bietet seit der letzten Saison das 15 000 Euro teure Saunarium. Dieses soll auch bei kühleren Temperaturen (neue) Besucher anlocken. Wenn draußen unter 15 Grad herrschen, wird die Heizung angeschmissen, auf maximal 55 Grad. Handtuch und Badekleidung sind Pflicht. Das wärmende Blockhaus mit Panoramafenster hat sich schon eine Fangemeinde erobert: „Letztes Jahr standen die Besucher zeitweise Schlange“, so Rudnick. Wolfgang Droll ist vom Mehrwert der Investition überzeugt: „Wir sind das einzige Freibad im ganzen Kreis, das so etwas bietet.“

Fachkräftemangel bereitet Sorgen

Mit dem Teamgeist seiner Mannschaft ist der Leiter Bäderbetriebe hoch zufrieden. Er würde sich indes eine größere Nachfrage von Berufseinsteigern wünschen. Denn der Fachkräftemangel schlägt auch in Lörrach voll durch. Seit einem Jahr sind zwei Vollzeitstellen unbesetzt. „Wir suchen zudem händeringend Azubis“, stöhnt Wolfgang Droll. Trotz bundesweiter Inserate oder Werbung in Berufsschulen bleibt die Resonanz mau. „Wir bemühen uns in alle Richtungen. Derzeit hoffen wir beispielsweise auf die Fortbildung eines ehemaligen Flüchtlings.“

Schichtdienst, Sonntagsarbeit, klar schrecke das so manchen ab. Aber, so Rudnick: „Bei uns bekommt jeder im Sommer zwei Wochen Urlaub, kann im Dienstplan Wunschtage eintragen, und der Verdienst ist ordentlich. Außerdem erlaubt der Schichtdienst auch manche Freiheiten.“ Droll und Rudnick hoffen beide, dass sich die Personallage niemals so entwickelt wird, dass der Bäderbetrieb eingeschränkt werden muss. Schon jetzt müsse aber das ganze Team bei Krankheitsfällen flexibel reagieren. „Da springen dann schon mal spontan die Teilzeitkräfte ein, oder wir müssen das Personal etwas herunterfahren. Die Sicherheit geht aber in jedem Fall über alles“, betont Rudnick.

Der Fachkräftemangel wirkt sich indes nicht nur beim Badpersonal aus. Auch beauftragte Firmen für Reparaturen oder Investitionen sind schwer zu bekommen, klagt Droll. So warte man noch darauf, dass endlich das neue Sonnensegel beim Spielplatz aufgestellt werde. „Aber die Firmen sind überlastet“. Geradezu skurril entwickelte sich die Geschichte um den großen, nicht mehr funktionstüchtigen, aber nur sehr aufwendig zu reparierenden Wasserball im Spaßbecken. Dieser wurde rechtzeitig in Reparatur gegeben (für 25 000 Euro), kam allerdings mit Transportschäden nach Lörrach zurück. Jetzt muss die ganze Aktion erneut durchgezogen werden. „Wir hoffen, dass das in ein paar Wochen erledigt ist.“

Investitionen hinter den Kulissen gibt es jedes Jahr. So sorgen optimierte Pumpen für ein besseres Energie-Management, Aktivkornkohle dient einer besseren Wasserqualität, die Bewässerungsanlage soll erneuert werden – auch hier wartet man auf Firmen-Angebote.

Im vergangenen Jahr gab es laut Droll und Rudnick nahezu keine auffällig negativen Vorkommnisse im Parkschwimmbad. Dies sei sicher auch den Investitionen in Alarmanlagen und Sicherheit geschuldet. Zudem wurde das Personal speziell geschult. Auf die Migrationsthematik angesprochen, sehen beide derzeit keine offenen Fragen. Sicherlich habe sich die Gästestruktur etwas gewandelt. Ob Burkini oder Badehose – nur wer mit Straßenkleidung ins Wasser will, wird zurückgepfiffen.  Zur Schwimmbaderöffnung am Samstag findet wieder das Sportfest „Badenova bewegt“ statt: 11-17 Uhr, Eintritt frei. Wir berichten noch.