Lörrach Auf dem Weg zum Neubaugebiet

Auf der gegenwärtig noch landwirtschaftlich genutzten Fläche soll Wohnraum entstehen. Foto: Gottfried Driesch Foto: Die Oberbadische

Dass in Lörrach dringend neuer Wohnraum geschaffen werden muss, ist ebenso bekannt wie der Umstand, dass im Stadtgebiet wenig geeigneter Baugrund zur Verfügung steht. Mit dem Gebiet „Bühl III“ wird jetzt ein größeres zusammenhängendes Areal in Angriff genommen.

Von Gottfried Driesch

Lörrach-Brombach. Alexander Nöltner, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Stadtplanung, sowie Robert Schäfer vom Wieseverband, stellten dem Ortschaftsrat Brombach am Dienstag den Plan für einen Realisierungswettbewerb vor. Dabei sollen in einem nicht offenen Verfahren zehn Planungsbüros aufgefordert werden, für das etwa 4,8 Hektar große Gelände Planungsvorschläge abzugeben. Das Baugebiet erstreckt sich in Verlängerung der Römerstraße bis zur Hüsinger Straße in südöstlicher Richtung. Bereits 1979 sei bei der Planung des Siedlungsgebietes Bühl das Gelände für eine spätere Bebauung vorgesehen worden.

Im Auslobungstext macht die Stadtverwaltung nur wenige Vorgaben. Auf 60 Prozent der Fläche sollten Doppel- und Reihenhäuser entstehen. Auf dem verbleibenden Areal sind Mehrfamilienhäuser in mindestens viergeschossiger bis sechsgeschossiger Bauweise vorgesehen. Dabei sollten mindestens 50 Wohneinheiten (WE) je Hektar gebaut werden, was ungefähr 240 WE entspreche. Alle Wohnungsgrößen sollten berücksichtigt werden. Seniorengerecht und barrierefrei sollten möglichst viele Wohnungen sein.

Infrastruktureinrichtungen wie ein Kindergarten sind nicht vorgesehen. Pro Wohnung soll ein Pkw-Stellplatz und zwei wettergeschützte Fahrradstellplätze geplant werden. Zusätzlich sind 20 Prozent der ermittelten Pkw-Stellplätze als öffentlicher Parkplatz vorzusehen. Eine Heizzentrale soll alle Häuser beheizen.

Die Fläche befindet sich überwiegend im Besitz der Stadt Lörrach. Die verbleibenden Privateigentümer hätten ihre Mitwirkungsbereitschaft erklärt.

Bühl III solle durch die Buslinie mit mindestens einer Haltestelle an den ÖPNV angebunden werden.

Hans-Hermann Reinacher (Freie Wähler) bemängelte, dass im neuen Baugebiet keine Kinderbetreuung vorgesehen sei. Schließlich wolle man auch junge Familien dort ansiedeln. Nöltner vertrat die Meinung, dass man lieber den bestehenden Kindergarten auf dem Bühl erweitern solle. Dies sei auch mit dem Fachbereich Jugend/Schule/Sport so besprochen worden. Reinacher regte ferner an, die Autos in einer Tiefgarage unterzubringen. Nöltner: „Eine Tiefgarage kostet viel Geld – und wir wollen hier bezahlbaren Wohnraum schaffen“.

Manfred Meier (Freie Wähler) sorgte sich um das Abwasser. Schon jetzt sei der Kanal in der Römerstraße hart am Limit. Robert Schäfer versicherte, dass man sich darüber bereits Gedanken gemacht habe. Das Niederschlagswasser solle auf jedem Grundstück zunächst zurückgehalten und nach Möglichkeit genutzt werden.

„Altersgerechtes Wohnen schön und gut – aber die Lage auf dem Bühl ist nicht altersgerecht“, sagte Bernd Bürgelin (Freie Wähler).

Die Zeitschiene für den Wettbewerb sieht für Ende Februar die Auslobung vor. Vorschläge müssen bis Ende Mai abgegeben werden, das Preisgericht tagt im Juli. Die Erschließung des Geländes könnte 2023/2024 erfolgen.

Der Ortschaftsrat Brombach nahm die Vorlage mit zwei Enthaltungen an.

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