Lörrach Badegäste schreiben offenen Brief

Adrian Steineck
Der Badespaß ist nicht für alle ungetrübt. Foto: Kristoff Meller

Im Parkschwimmbad kommt es regelmäßig zu Polizeieinsätzen. Von einem „Hotspot“ will die Polizei aber nicht sprechen. Zahlreiche Stammbesucher sehen das offenbar anders: In einem Brief an Oberbürgermeister Jörg Lutz machen sie sich Luft.

Hausfriedensbruch wegen Schwimmern, die nachts in das Bad eindringen. Gestohlene Fahrräder. Ende Juli ein Einbruch in das Kassenhäuschen, bei dem Schließfachschlüssel entwendet werden. Zuletzt das Gewitter vom Donnerstag, bei dem einige Besucher sich zunächst weigern, den sicheren Badbereich abseits der Bäume aufzusuchen: Die Liste der Einsätze, zu denen die Polizei in der bisherigen Freibadsaison ins Parkschwimmbad gerufen wurde, nimmt sich illuster aus.

Was die Polizei sagt

Thomas Spisla, Pressesprecher des Freiburger Präsidiums, ordnet auf Nachfrage unserer Zeitung ein: „Jetzt im Sommer gibt es vermehrt Einsätze. Aber das ist vollkommen im Rahmen.“ Wo viele Menschen seien, würde auch viel passieren. Er verweist auf den Umstand, dass es etwa Schlägereien mit mehreren Beteiligten praktisch gar nicht gebe. „Von Zuständen wie in den Bädern in manchen Großstädten sind wir meilenweit entfernt.“

Brief an den OB

In einem Brief, der auf den 24. August datiert und an Oberbürgermeister Jörg Lutz gerichtet ist, machen sich Stammgäste des Lörracher Freibads jetzt Luft. „Leider ist ,unser schönes Freibad’ schon seit einigen Jahren nicht mehr das, was es mal war und das ist für viele von uns sehr traurig“, heißt es in dem Brief, der unsere Zeitung am Montag erreicht hat. Die anhängende Unterschriftenliste umfasst die Namen von etwa 70 Unterzeichnern.

Moniert wird vor allem, dass ab etwa 13 oder 14 Uhr zu beobachten ist, wie sich das Publikum im Parkschwimmbad ändert. Dann sei das Bad immer mehr in der Hand von Besuchern aus Frankreich, von denen viele nordafrikanischen Hintergrund hätten. „Diese Gruppen halten sich weder an Regeln, springen [...] kreuz und quer ins Wasser, bringen Unruhe und suchen die Provokation“, heißt es in dem Brief.

Kleiderordnung ändern

Vorgeschlagen wird, dass im Parkschwimmbad nur noch die normale Badekleidung – also kurze enge Badehosen, Bikinis und Badeanzüge – genehmigt wird. Bisher aber würden die Besucher oftmals so ins Wasser gehen, wie sie ins Schwimmbad kommen: die Männer in T-Shirts und langen Bermuda-Shorts und die Frauen in weiten Burkinis. „Wir möchten alle unser schönes Lörracher Freibad zurück“, heißt es abschließend.

Bei der Stadt Lörrach lag der Brief am Montag noch nicht vor. Man werde aber auf jeden Fall dazu Stellung nehmen, sobald das Schreiben vorliegt, sagte Pressesprecher Alexander Fessler auf Nachfrage unserer Zeitung.

Positive Zwischenbilanz

Im Gespräch mit unserer Zeitung am Freitag haben Frank Gaude, technischer Bäderleiter, und Wolfgang Droll, Leiter des Eigenbetriebs Stadtwerke, zu denen das Park- und das Hallenschwimmbad gehören, eine grundsätzlich positive Bilanz der bisherigen Saison gezogen (wir berichteten am Samstag). Es wurde auf vereinzelte Vorfälle eingegangen, bei denen der engagierte Sicherheitsdienst oder die Polizei eingreifen mussten.

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