Lörrach Brennpunkte der Stadtentwicklung

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OB Jörg Lutz und Architekt Frank Hovenbitzer Foto: Ursula Breuer

Lörrach (ghb). Architektur und Stadtentwicklung sind aktuelle Themen in der Kreisstadt und spielen im zur Zeit laufenden Wahlkampf eine wesentliche Rolle. Der Bund Deutscher Architekten (BDA) Region Hochrhein hatte am Dienstag ins Alte Rathaus zu einer Diskussionsrunde eingeladen. Jörg Lutz, Amtsinhaber und Kandidat, gab Auskunft über die Aktivitäten der vergangenen Jahre und wurde zu seinen Visionen befragt. Moderator war Willi Adam (BZ).

Baukultur

Frank Hovenbitzer vom BDA, Organisator des Treffens, war erfreut über die zahlreichen Teilnehmer an diesem tropisch-heißen Abend. „Bei den Architekten und in der Verwaltung hat man es mit einer Fülle von Alltagsproblemen zu tun. Uns Architekten geht es darum, dass die Baukultur in der Stadt insgesamt in den Blick genommen wird.“

Als Brennpunkte der Stadtentwicklung wurden einzeln angesprochen: Riesgässchen, Zollareal, Engelplatz und nördliche Innenstadt. Jörg Lutz betonte mehrfach, dass verschiedene Projekte „bereits abgehakt“ seien oder aktuell umgesetzt würden, zum Beispiel Bahnhofplatz und „LÖ“ mit Turm- und Palmstraße.

Sein Stadtplanungsteam sieht er bestens aufgestellt, alle Stellen seien optimal besetzt. Dazu ein Zuhörer: „Aber im Hochbauamt herrscht Mangel an qualifizierten Kräften. Warum eigentlich?“ Der OB darauf: Er bemühe sich um Besetzung der Stellen, der Markt sei aber schwierig.

Lutz nutzte die Gelegenheit, zur Wohnsituation in Lörrach weit auszuholen: „Eine Stadt ist nie fertig gebaut, da muss immer nachjustiert werden. Aktuell stagniert die Einwohnerzahl. Es stellt sich deshalb die Frage, ob wir weiter bauen sollen. Ältere Alleinstehende bewohnen sehr große Flächen, und wir möchten ihnen annehmbare Alternativen bieten, um Platz für Familien schaffen. Das ist aber ein schwieriges Feld.“

Ein Problem der Stadt sei: Sie hat kein Geld und bekommt auch keins. Sonst hätte sie gern sowohl das KBC- als auch das Lauffenmühle-Areal übernommen. Das KBC-Fabrikgelände hat nun einen neuen Besitzer, mit ihm sei man im Gespräch, wie Lutz erklärte, um eine der Stadtentwicklung entsprechende Nutzung zu erreichen.

Kreiskrankenhaus

Frank Hovenbitzer wollte vom Stadtoberhaupt wissen, welche Visionen er bis 2050 habe. „So weit denke ich nicht,“ so Lutz, „ich plane bis 2030.“ Angesprochen auf die Nutzung des Krankenhauses nach dem Umzug sagte Lutz: „Unser Rathaus muss dringend saniert oder sogar abgerissen werden. Ich könnte mir vorstellen, dass wir mit der Verwaltung vorübergehend in das Krankenhaus einziehen.“

Auf die Frage, wo er alternativ gerne leben würde, antwortete das Stadtoberhaupt spontan: „Am liebsten in Kopenhagen.“

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