Lörrach Brückenschlag zwischen Buch und Ballspiel

Markus Greiß
  Foto: Markus Greiß

Die Streetkickers39 und die Stadtbibliothek arbeiten neuerdings Hand in Hand, um fußballbegeisterte Kinder zum Lesen zu bringen – und Leseratten zum Fußball.

Die städtische Einrichtung und die gemeinnützige Organisation sind eine Kooperation eingegangen.

Bewegen und Lesen

Ihr Ziel ist es, Kinder zu mehr Bewegung und zum Lesen zu animieren – beides Dinge, die laut Bibliotheksleiterin Sabine Dietrich mittlerweile zu kurz kommen. Deshalb freute sie sich, als Jan Hebding kürzlich mit der Kooperationsidee auf sie zukam. Hebding hatte die Streetkickers im April zusammen mit Julia und Patrice Glaser gegründet, um so viele Mädchen und Jungen wie möglich ganzheitlich – und damit über den reinen Sport hinaus – zu fördern. Als Leiter der Fußballschule des FV Lörrach-Brombach weiß Hebding um die kognitiven und sozialen Vorteile des Mannschaftssports. „Bewegung macht schlau, und der Fußball ist eine tolle Lebensschule“, sagte der 37-Jährige beim Pressegespräch am Mittwoch. Kinder und Jugendliche könnten beim Ballsport unter anderem Konfliktfähigkeit und Toleranz lernen.

Das dreiköpfige Gründerteam der Streetkickers und zehn sogenannte „Spielgestalter“ mit Fußballhintergrund bieten mittlerweile AGs und Sportunterricht an Grundschulen sowie eine AG an einer weiterführenden Schule an, um so viele Kinder wie möglich zu erreichen.

Die Initiative konzentriert sich mit ihrer Ballschule, die ausdrücklich nicht zu fußballspezifisch sein soll, vor allem auf die zweiten Klassen. Das Angebot ist für die Familien kostenlos und somit niederschwellig.

Für alle Schulen, an denen die Streetkickers aktiv sind, stellt die Stadtbibliothek nun insgesamt elf „Lesekisten“ mit Fußballbüchern und -zeitschriften zur Verfügung, wie die stellvertretende Bibliotheksleiterin Franziska Kufner erläuterte. Die Kisten verbleiben jeweils ein Schuljahr in der Schule, um dann wieder in die Bibliothek zurückzukehren. Dietrich hofft, durch die Zusammenarbeit mit den Streetkickers gerade auch Jungs „beim Fußball abholen und das Lesen mit ins Boot holen“ zu können. Kinder und Jugendliche würden bisher insbesondere über Schulkooperationen und ihre Eltern den Weg in die Bibliothek finden.

Die Streetkickers, die die Werte vieler Kinderbücher widerspiegelten, bildeten nun einen weiteren Anknüpfungspunkt. Hebding ist es wichtig, dass die Lesekisten in den Schulen hohe Aufmerksamkeit erhalten. So sollen nicht nur die AG-Kinder von den bereitgestellten Medien profitieren, sondern auch die anderen Schüler – etwa über Wettbewerbe, an denen sich ganze Klassen beteiligen können. Die Einzelheiten möchte er in den nächsten Wochen mit den Schulleitungen besprechen. Hebding wünscht sich, Kinder durch die Kooperation mit der Stadtbibliothek vom Fußball zum Lesen und umgekehrt vom Lesen zum Fußball bringen zu können.

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