Lörrach Bürger schenken sich Zeit

Marlies Billich und Otmar Donnenberg stellen das Konzept der „Zeitbank plus“ vor. Foto: Silvia Waßmer Foto: Die Oberbadische

Lörrach (was). Lokale Tauschbörsen und ehrenamtliche Initiativen zur Nachbarschaftshilfe erfreuen sich einer wachsenden Beliebtheit. Nun wurde in Lörrach ein neues Angebot vorgestellt: Die „Zeitbank plus“. Dabei wird aktive Nachbarschaftshilfe praktiziert und in Zeitstunden honoriert.

Otmar Donnenberg, Mitglied der Lörracher Ortsgruppe der Gemeinwohlökonomie, erläuterte den Ansatz am Dienstagabend in der Kaltenbach-Stiftung. Mit dabei war auch Marlies Billich, die im Sommer gemeinsam mit Gleichgesinnten einen „Zeitbank plus“-Ortsverein in Efringen-Kirchen gegründet hat.

In der Praxis stellen Vereinsmitglieder Dienstleistungen aus allen Lebensbereichen zur Verfügung, die von anderen Mitgliedern angefordert werden können. So können zum Beispiel „Tipps zur Gartengestaltung“, „Begleitung bei Arzt- und Krankenhausbesuchen“, „Hilfe bei Umzügen“, „Kuchen backen“, „Wanderungen organisieren“, „Computerarbeiten“ oder „Rasen mähen“ getauscht werden.

Wer eine solche Leistung anbietet, erhält für die getane Arbeit Stunden auf seinem Zeitkonto gutgeschrieben, während der Leistungsempfänger Stunden von seinem Konto abgezogen bekommt. Die gutgeschriebenen Stunden können entweder zeitnah eingelöst oder gesammelt werden. Die Verwaltung der Konten sowie von Angebot und Nachfrage erfolge über die Homepage des Vereins, so die Referenten.

Die „Zeitbank plus“ steht allen Interessenten ab 18 Jahren offen und soll „mehr Lebensqualität durch aktive Nachbarschaftshilfe“ ermöglichen. Der Mitgliedsbeitrag betrage für Einzelpersonen 36 Euro und für Ehepaare 60 Euro im Jahr. Alle Mitglieder seien zudem unfall-, haftpflicht- und  rechtschutzversichert, so Donnenberg. Wichtig sei, dass alle Leistungen freiwillig seien und auch „Nein“ sagen erlaubt sei. Interessierte, die aus gesundheitlichen Gründen keine Leistungen erbringen können, könnten trotzdem Mitglied werden und Stunden kaufen oder sich schenken lassen.

Die Zuhörer in der Kaltenbach-Stiftung stellten Marlies Billich interessierte und kritische Fragen. Der Grundgedanken der „Zeitbank plus“ kam bei den Anwesenden gut an. Mit Blick auf die praktische Durchführbarkeit des Konzepts  blieb die Skepsis aber deutlich spürbar.

Ein weiteres Treffen ist angedacht.

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