Lörrach Corona-Soforthilfe für tausende neue Handschuhe

Abstand halten war im Erlebniskletterwald bei den Seilrutschen auch schon vor der Corona-Pandemie Pflicht.                                                                                                                           Foto: Kristoff Meller

Lörrach - „Als Saisonbetrieb sind wir wechselhaften Erfolg gewohnt, aber mit so etwas hätte ich niemals gerechnet“, sagt Martin Coenen, der Inhaber des Lörracher Erlebniskletterwaldes. Die jährliche Öffnungszeit von sieben Monaten wurde in diesem Jahr durch das Coronavirus stark beschnitten, was finanziell tiefe Spuren hinterlassen hat.

Diese Verluste versucht Coenen nun wieder auszugleichen. Seit der Wiedereröffnung am 15. Mai lief der Betrieb jedoch zunächst eher schleppend an. „Ich hatte mir mehr Kundschaft erhofft, weil die Leute so lange nicht raus gehen konnten. Ich denke bei unserem Einzugsgebiet fehlen einfach noch die Schweizer und Franzosen“, vermutet er.

Bevor der Kletterwald wiedereröffnet werden konnte, mussten große Investitionen getätigt werden, um die zahlreichen obligatorischen Hygienevorschriften einzuhalten. Zum Einen wurden FFP2-Masken für die Mitarbeiter aus China importiert. Diese werden getragen, während den Gästen beim Anziehen der Kletterausrüstung geholfen wird oderwenn jemand aus einem Kletterparcours gerettet werden muss. „Mein Personal hat deswegen mehrere Stunden täglich einen Mundschutz an. Das ist schon eine große Einschränkung für sie. Zum Glück hatten wir erst eine Rettung seit Wiedereröffnung“, erzählt Coenen.

Des Weiteren habe man von der Corona-Soforthilfe tausende Kletterhandschuhe gekauft. „Wir möchten die Handschuhe, die auf unseren Parcours Pflicht sind, aus hygienischen Gründen nicht wiederverwenden. Also müssen Besucher in Zukunft ihre eigenen dafür geeigneten Handschuhe mitbringen oder bei uns für einen geringen Betrag ein Paar kaufen“, erklärt Coenen.

Klettern nur nach telefonischer Voranmeldung

Außerdem: Klettern geht aktuell nur nach telefonischer Voranmeldung. Damit möchte Coenen die Situation in den Parcours ein wenig entzerren und es den Besuchern erleichtern, den geforderten Sicherheitsabstand einzuhalten.

Der Wegfall von Schulklassen und anderen Institutionen, die den Kletterwald in Gruppen besuchen, ist für Coenen „besonders bitter“, da diese gewöhnlich ein Drittel des Gesamtumsatzes ausmachen: „Wir hoffen, diese Verluste mit zusätzlichen Besuchen von Familien und Paaren ein wenig aufzufangen.“ Außerdem hofft er auf mehr Betrieb durch die Wiedereröffnung der regionalen Campingplätze am 29. Mai: „So wie ich gehört habe, sind die meisten Campingplätze bereits ausgebucht. Ich werde jetzt auch dort ein paar Flyer verteilen.“

Aus der coronabedingten Schließung nimmt Coenen einige Lehren für die Zukunft mit. Der Kletterwald sei bereits bekannt für seinen erstklassigen Service. Darauf soll laut Coenen in Zukunft ein noch größerer Fokus gelegtt werden: „Wir möchten unseren Besuchern stets die optimale Erfahrung ermöglichen und sie nicht schnell durch den Wald jagen. Bestenfalls gewinnen wir somit auch äußerst wertvolle Stammkunden.“

Darüber hinaus sei es wichtig, in Zukunft weiterhin flexibel zu bleiben. Die zahlreichen Parcours mit über 100 Übungen bieten bereits eine hohe Vielfalt für mehrfache Besuche. Zusätzlich hat Coenen im vergangenen Winter den Spinnennetzparcours des Parks umgebaut, um den Kletterern in der verspätet begonnenen Saison noch mehr Abwechslung zu bieten.

Obwohl ihm auch die Bauarbeiten außerhalb der Klettersaison Spaß machen, herrscht große Freude über die Wiedereröffnung: „Mit Menschen zu arbeiten und Leute kennenzulernen, ist doch etwas ganz anderes. Ich bin schon sehr froh, dass es nun langsam wieder der Normalität entgegen geht.“  

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