Lörrach Damit Zähne weiß bleiben

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Da konnten sie ziehen wie wollten, die luftleeren Halbkugeln hielten zusammen. Foto: Rolf Reißmann

Von Rolf Reißmann

Lörrach. Solch ein Gewimmel gab es lange nicht im Phaenovum. Pandemiebedingt musste das Schülerforschungszentrum zwei Jahre auf seinen beliebten Tag der offen Tür verzichten. Doch am Samstag standen die Türen wieder weit offen.

„Trotz der Corona-Pause hat sich hier vieles getan, die Arbeit ging etwas eingeschränkt weiter,“ lobte Oberbürgermeister Jörg Lutz bei seiner Begrüßung. „Das zeugt davon, dass neben qualifizierter Forschungsarbeit und guter Organisation eben auch viel Herzblut diese besondere Einrichtung in unserer Stadt am Leben hält.“ Lutz verwies auf die Erfolge, die während der beiden Jahre errungen wurden, zum Beispiel zwei Bundes- und zwei Landessieger.

Kaum waren die Türen geöffnet, strömten auch schon Besucher in die Labore und in die Ausstellungshalle. Erster Blickfang im Gelände waren die aufgestellten Fernrohre zur Sonnenbeobachtung. Die Astronomen meinten, dass in diesen Tagen wegen der hohen Sonnenaktivität die Bedingungen für die Beobachtung gut seien.

Nachwuchsforscher haben sich gut vorbereitet

Viele Gäste sahen so erstmals Sonnenflecken über unseren Stern wandern. Aus allen Wissensbereichen hatten sich forschende Kinder und Jugendliche sowie ihre Dozenten auf diese Präsentationen gut vorbereitet. So konnten sie vielen Besuchern anschaulich und genau erklären, womit sie sich zusätzlich zum Schulunterricht beschäftigen.

Manches Thema erschien beim ersten Lesen etwas ungewöhnlich, aber beim zweiten Blick waren Nutzen und Sinn gut zu verstehen. Silvia Page und Marleen Kiermaier erklärten ihre Versuchsreihe zur Zahnverfärbung durch unüberlegten Getränkegenuss. Schwarzer Tee und Kaffee fördern die frühzeitige Vergilbung der Zähne, Milch und Apfelsaft dagegen gleichen das wieder aus oder vermeiden die Verfärbung. 106 Zähne haben sie auf ihr Verhalten im Kontakt mit 29 Flüssigkeiten untersucht.

Nicht den Mut verloren

Die Schülerinnen einer siebten Klasse des Hans-Thoma-Gymnasiums befassten sich zweimal pro Woche mit ihren Untersuchungen. Klappte mal ein Test nicht, verloren sie nicht den Mut sondern nahmen dies als Ansporn, erst recht weiterzuforschen.

Julian Kehm fand heraus, dass die eigentlich hier nicht heimische Alpenfledermaus in Lörrach lebt. Zwar konnte er sie nur 22 mal anhand ihrer Rufe identifizieren, aber diese beweisen ihre Anwesenheit. Jetzt forscht er weiter und will herausfinden, ob die Art hier auch Brutstätten anlegt. Das wäre dann ein Nachweis dafür, dass die allgemeine Temperaturerhöhung eine weitere bisher nicht heimische Art anzieht.

Alle Sponsoren des Jugendforschungszentrums waren vertreten. Derzeit beteiligen sich 370 Kinder und Jugendliche an den Arbeitsgruppen und Kursen im Phaenovum, 33 Firmen, Schulen sowie Behörden unterstützen das Forschungszentrum.

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