Lörrach Demokratie: ein zerbrechliches Gut

Schauspieler von Tempus fugit riefen im vergangenen Jahr auf dem Balkon des Alten Rathauses die Republik aus (Archivfoto) Foto: Kristoff Meller

Lörrach - Die Stadt Lörrach feiert am Dienstag, 21. September, den „Tag der Demokratie“. Dabei wird an die revolutionären Ereignisse des Jahres 1848 erinnert und ein Bogen gespannt zur Entwicklung von demokratischen Werten und Grundrechten in unserer Gesellschaft.

Die „Revolutionsrede“ vor dem Alten Rathaus hält Michael Blume, Landesbeauftragter für Antisemitismus. Zuvor wird Oberbürgermeister Jörg Lutz die Besucher um 17 Uhr begrüßen.

Der Hintergrund

Am 21. September 1848 riefen in Lörrach Gustav Struve und seine Mitstreiter die Republik aus. Damit begann der so genannte „Struve- Putsch“, der mit dessen Verhaftung am 25. September endete. Der „Aufruf an das deutsche Volk“ stand unter dem Motto: „Deutsche Republik – Wohlstand, Bildung, Freiheit für Alle“. Lörrach erinnert mit dem Tag der Demokratie seit 2015 an dieses historische Datum.

Der Revolutionsredner

Michael Blume werde sich in seiner Revolutionsrede mit den Forderungen nach „Wohlstand, Freiheit, Bildung für Alle“ auseinandersetzen und dabei einen Fokus auf 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland legen, teilt die Stadt mit: „Die Bedrohung unserer demokratischen Grundwerte, von der auch ein zunehmender Antisemitismus ausgeht, wird eine wesentliche Rolle in seiner Rede spielen“, so die Stadtverwaltung.

Dieser Antisemitismus beschäftige zusehends auch die Bürger Lörrachs, was nicht zuletzt durch den anstehenden Bau eines Sicherheitszauns um die Synagoge zum Ausdruck komme, sagten Lutz und Lars Frick, Fachbereichsleiter „Kultur und Tourismus“ beim Pressegespräch am Freitag unisono.

„Michael Blume ist ein passionierter Kämpfer gegen Antisemitismus und für ein friedvolles Miteinander – nicht nur mit der jüdischen Gemeinde in Baden-Württemberg,“ bekräftigte Lutz.

Der Oberbürgermeister hofft auf eine rege Teilnahme der Bürger an diesem Tag: Dies wäre eine kleine, aber wichtige Geste. Die Weimarer Republik, so Lutz, sei nicht in erster Linie an den Gegnern der Demokratie zu Grunde gegangen, sondern nicht zuletzt daran, dass diese nicht genug entschlossene Verteidiger hatte.

Das Rahmenprogramm

Für weitere Veranstaltungen rund um den Tag der Demokratie konnten auch in diesem Jahr wieder etliche Lörracher Initiativen und Einrichtungen gewonnen werden.

Am Dienstag, 21. September, sind nachmittags zwei historische Stadtführungen der Touristinformation geplant. Mitglieder von Tempus fugit und Hubert Bernnat werden diese leiten. Die Offerten sind kostenlos. Die Führung „Revolution 1848/1849“ mit Hubert Bernnat wird auch vormittags für Schulklassen angeboten. Interessierte melden sich unter tourismus@loerrach.de an.

Bereits am heutigen Samstag lädt die Jugendstiftung Baden-Württemberg in Kooperation mit dem Kreisjugendreferat des Landkreises zum Jugendforum Oberrhein ein. Unter dem Motto „Demokratie – Ich bin dabei“ vernetzen sich Jugendliche über Grenzen hinweg bei einer Tagung von 10 bis 17 Uhr im Landratsamt.

Im Burghof wird vom 16. bis 21. September eine interaktive Ausstellung zum Thema Menschenhandel zu sehen sein (über weitere Veranstaltungen berichten wir noch).   Infos unter www.loerrach.de/Tag-der-Demokratie, dort steht das Programmheft zum Download zur Verfügung. Ausgelegt wird das Heft etwa in der Touristinfo.

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