Lörrach Der Billabongkönig als Theaterstück

Gabriele Hauger
Autor Matthias Kröner und Ben, der Billabongkönig Foto: Berit Kröner

Die Kindertheatergruppe von Theater Tempus fugit zeigt ein Stück nach einer Vorlage des preisgekrönten Buches „Der Billabongkönig“ von Matthias Kröner. Darin geht es auch um Machtmissbrauch und Demokratieverlust. Der Autor kommt zur Premiere.

Matthias Kröner ist gespannt und freut sich riesig, dass sein schön illustrierter Kinderroman erstmals auf die Bühne kommt. Unter der Regie von Laura Huber probt die Kindertheatergruppe seit langem intensiv im Theater im Adlergässchen. Und die jungen Schauspieler durften sogar den Autor persönlich bei einer Lesung kennenlernen, Passagen aus dem Buch lauschen und Fragen stellen. Zur Premiere am Freitag reist der 46-Jährige extra aus Norddeutschland an.

Kinder sind ehrlich

„Kinder sind ein sehr ehrliches Publikum“, sagt Matthias Kröner im Gespräch mit unserer Zeitung. Um so glücklicher ist er darüber, dass sein Buch zieht. Er findet, dass Themen wie Demokratieverlust und Machtmissbrauch unbedingt auch für Kinder umgesetzt werden müssen. „Kindern ist das durchaus zuzumuten“. Schließlich gehe es in seinem Buch auch um die Macht der Sprache. Er wolle darin zeigen, wie schnell man von Sprache verführt werden könne und dass dies oft erst der Anfang von Demokratieabbau sei. „Das Ganze natürlich ohne erhobenen Zeigefinger“, betont er.

Worum geht es?

Doch worum geht es eigentlich im Buch? „Billabong“ sagen die australischen Ureinwohner zu einem Wasserloch oder Seitenarm eines Flusses. Hier lauern die Krokodile, die Billabongkönige. Einer von ihnen ist Ben. Stolzer Herrscher über seinen Sumpf, selbstgerecht, ein Macho, jedoch mit dem Herz am rechten Fleck. Als Ben eines Tages auf Hilfe angewiesen ist, gerät er in beißende Bedrängnis. Er soll als Gegenleistung eine Tat vollbringen, die seinen moralischen Kompass erzittern lässt...

Sich selbst treu bleiben

Die Geschichte handelt von Machtmissbrauch, und dreht sich darum, was ein gutes Leben ausmacht, und wie man aus einer vertrackten Situation wieder herauskommt, wenn man sich selbst treu bleibt.

Die Kindertheatergruppe des Theaters Tempus fugit behandelt das Thema künstlerisch mit Musik, Bewegung, Videoprojektionen und Sprache. Stets mit dabei sind übrigens Tiere und Pflanzen – und Spaß.

Was heißt Demokratie?

Der Autor vertraut voll auf die Regiearbeit des Ensembles von Tempus fugit. Es habe ein paar Telefonate im Vorfeld gegeben, ansonsten hatten die Theaterleute freie Hand.

Was heißt Demokratie? Was Diktatur? Wie fühlt es sich an, Macht zu haben? Was gibt uns Hoffnung in schwierigen Zeiten, und wie können wir gemeinsam aktiv unser Miteinander gestalten? Diese Fragen will das Stück anstoßen.

Er schreibt seit der Jugend

Matthias Kröner schreibt seit seiner Jugend – mit Erfolg und in den unterschiedlichsten Genres: von Gedichten über Reiseführer bis zu Dialektstücken. Dass sein erster Roman für Kinder ist, ergab sich wie von selbst, wie er erzählt. Je nach Alter könnten die Schüler eher die unterhaltsame oder zusätzlich die weiteren Bedeutungsebenen herauslesen. Eines aber erfühlten Kinder instinktiv, egal in welchem Alter: „Sie spüren, wenn Unrecht geschieht.“

Ein Hörspiel des „Billabongkönig“ gibt es schon, die erste Bühnenversion wird der Autor mit Spannung verfolgen. Und er plant schon ein neues Kinderbuch. Gesellschaftskritisch werde es wieder sein. „Es wird ein Kinderkrimi, und die Hauptrolle spielt ein Ameisenbär.“

Auszeichnungen

Das Buch „Der Billabongkönig“ erhielt mehrere Auszeichnungen: Deutschen Jugendliteraturpreis 2023 (Sparte Kinderbuch und Sonderpreis „Neue Talente“); ITB BuchAward „Alice Kinder- und Jugendbuchpreis“ 2023; es steht auf der Shortlist „Die schönsten deutschen Bücher 2022“ (Stiftung Buchkunst), der IBBY Honour List 2024 und der Empfehlungsliste The White Ravens 2023 (Internationale Jugendbibliothek).

Das Buch: „Der Billabongkönig“ von Matthias Kröner, erschienen im Beltz & Gelberg Verlag; Aufführungstermine im Theater Tempus fugit, Adlergässchen 13, in Lörrach: Freitag, 19. April, 18 Uhr, (Premiere); 20. April, 14 und 17 Uhr

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