Lörrach Der Engelplatz als neuer, lebenswerter Stadtraum

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Bislang wird das Erscheinungsbild des Engelplatzes unter anderem durch parkende Autos geprägt. Das soll sich ändern. Foto: Kristoff Meller

Der östliche Stadteingang Lörrachs soll neu entwickelt werden: Die Verwaltung nimmt hierfür sowohl das künftige Wohnquartier Nördlich Engelplatz als auch den Platz selbst in den Blick. Für Letzteren wurden nun erste Gestaltungsoptionen erarbeitet.

Die Kommune strebt für dieses prominent gelegene Quartier einen größeren Wurf an, der den städtebaulichen Gesamtzusammenhang berücksichtigt. Und: Sie will hierbei konzeptionell neue Wege beschreiten.

Das Projekt „Nördlich Engelplatz“ bietet neben der Schaffung von Wohnraum die Möglichkeit zur Verlagerung oberirdischer Stellplätze in eine öffentliche Tiefgarage – und damit die Voraussetzungen für die Umgestaltung der Platzsüdseite des gegenüber liegenden Engelplatzes. Für diesen hat das Büro „w+p Landschaften“ einen Rahmenplan erarbeitet. Dieser wird am Donnerstag im Ausschuss für Umwelt und Technik erläutert.

Klimaaspekt im Zentrum

Städtebaulich kommt der Gestaltung des Engelplatzes eine besondere Bedeutung zu: „Hier besteht die Chance, erstmals in Lörrach eine Platzgestaltung unter der Überschrift ’Klimaanpassung’ umzusetzen. Vor diesem Hintergrund unterscheiden sich die Entwürfe grundlegend von bisherigen Platzgestaltungen“, erläutert Stadtplanerin Antje Schnacke-Fürst in der von ihr verfassten Sitzungsvorlage.

Die Leitgedanken

Der Rahmenplan erleichtert zwar die Beantragung von Fördermitteln, gleichwohl sind angesichts der kommunalen Kassenlage „ökonomische Lösungen gefragt“ – das heißt beispielsweise: keine teuren Wasserspiele oder Bodenbeläge.

Antje Schnacke-Fürst Foto: Bernhard Konrad

Leitgedanken für die Platzgestaltung sind neben der Klimaanpassung – mehr Grün, mehr Biodiversität, weniger Versiegelung – die Schaffung eines generationenübergreifenden Aufenthaltsbereichs als Identifikationsort im Quartier, der auch die historische Bedeutung des Engelplatzes – dem ehemaligen Viehmarkt – in Erinnerung ruft. Letzteres wird mit dem Fachbereich „Kultur und Tourismus“ abgestimmt.

Umgesetzt werden soll das Vorhaben in mehreren Bauabschnitten – vermutlich auch entlang der Vergabe von Fördermitteln.

Die vorgesehenen Varianten

w+p Landschaften hat zwei Varianten für eine künftige Gestaltung des Engelplatzes entwickelt.

Variante 1: „Naturnah in Bewegung“ wird mit „einladend, vielfältig und fließend“ beschrieben. Bei dieser Option spielt das Grün durch Bäume auf der Platzsüdseite die Hauptrolle. Variante 2: „Kontur in Grün“ wird mit „raumbildend, markant und verbindend“ erläutert. Die Bäume sind hier eher an den Rändern der Platzsüdseite angeordnet. Im Zentrum befinden sich Sitzmöglichkeiten.

Beide Szenarien weisen wichtige Gemeinsamkeiten auf: unter anderem die Verbreiterung des Gehweges an der Wallbrunnstraße, den Wegfall der Bushaltebucht (der Bus hält auf der Fahrbahn), die Beibehaltung der Parkplätze entlang der Kreuzstraße und den Erhalt von Brunnen und Bäumen. Die Platzsüdseite sieht eine entsiegelte Oberfläche mit Bäumen vor: Sie böte Platz für Außengastronomie, Bänke, Pavillon, Bushaltestelle sowie Spielmöglichkeiten für Kinder.

Die Perspektiv-Variante

Eine zusätzliche Variante 3 bezeichnet die Stadt als perspektivische Option. Sie sieht eine deutliche Verkleinerung des Verkehrsraums der Wallbrunnstraße zu Gunsten der Gestaltung der nördlichen Platzseite vor. Voraussetzung hierfür sei indes „eine gesamthafte verkehrliche Betrachtung“. Aktuell wäre der Knotenpunkt für diese Variante nicht leistungsfähig genug, erläutern die Fachbereichsleiter Gerd Haasis und Alexander Nöltner in der Vorlage.

Das weitere Verfahren

Die Entwürfe wurden bislang verwaltungsintern erörtert. Erste Hinweise für das weitere Verfahren für eine klimaangepasste Grünanlage wurden bereits ausgesprochen. Als nächster Schritt ist eine Veranstaltung mit Anliegern und Bürgern geplant. Die Entwürfe werden anschließend mit den Hinweisen und Ideen aus dieser Bürgerbeteiligung dem Gestaltungsbeirat und dem Klimabeirat vorgelegt. Nach der Überarbeitung werden sie den Ratsgremien abermals vorgelegt.

Die Zeitschiene

Die Umsetzung der Rahmenplanung für den Engelplatz ist abhängig vom Bau der öffentlichen Tiefgarage für das Projekt „Nördlich Engelplatz“.

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