Lörrach-Haagen - Die evangelische Kirchengemeinde Rötteln kämpft für den Erhalt ihres evangelischen Kindergartens in Haagen und den damit verbundenen Neubau am jetzigen Standort (wir berichteten).

Der Vorsitzende des Kirchengemeinderates Andreas Brunner bestand bei einer Gemeindeversammlung am Sonntag darauf, dass sich die Stadt an eine entsprechende Zusage hält. Auch der Elternbeirat sammelt Unterschriften, um den Kindergarten in Haagen zu erhalten. Die Vorgeschichte Im Jahr 2017 habe der Gemeinderat beschlossen, dass die Stadt für den Kindergarten einen Neubau errichtet, rief Brunner in Erinnerung. Daraufhin hätten Stadt und Kirchengemeinde vereinbart: Die Kirchengemeinde reißt das marode Kindergartengebäude und ihr Gemeindehaus ab. Sie überlässt der Stadt das Grundstück kostenfrei in Erbpacht. Im Gegenzug baut die Stadt für den Kindergarten ein neues Gebäude. Abgesprochen war außerdem, dass die Stadt mit dem Neubau beginnt, sobald die Alte Schule in Haagen zur Kita umgebaut ist. Das soll Ende 2019 soweit sein. Der evangelische Kindergarten sollte dort während der Bauzeit unterkommen.

„Bis Oktober war dies alles klar“, sagte Andreas Brunner. Doch dann habe die Stadtverwaltung mitgeteilt, dass sie keinen neuen Kindergarten in Haagen bauen wolle. Stattdessen bot die Verwaltung der Einrichtung ein früheres Kindergartengebäude in Hauingen an. Gemeinde will kämpfen Der Kirchengemeinderat schrieb der Stadt daraufhin einen Protestbrief. Am 27. November brachten Kirchengemeinderäte und mehr als 30 Eltern im Ortschaftsrat ihren Protest zum Ausdruck. Zusammen mit einem Architekten will die Kirchengemeinde Vorschläge für einen kostengünstigen Neubau erarbeiten. Die Stadt rechnet bisher mit Baukosten von mindestens 2,5 Millionen Euro. Von der Landeskirche werde es keine Gelder geben, hieß es am Sonntag.

Der Elternbeirat hat am Samstag auf dem Haagener Adventsbasar begonnen, Unterschriften für den Erhalt des Kindergartens in Haagen zu sammeln. Dies berichtete Kindergartenleiterin Gisela Bühler. Wegen der engen Zusammenarbeit mit der Grundschule, der Verbundenheit mit der Kirchengemeinde und weil die Eltern kurze Wege hätten, wolle man in Haagen bleiben, sagte sie. Kritik am Oberbürgermeister Im Ortschaftsrat hatte OB Jörg Lutz gesagt, die Stadt könne den Kindergarten derzeit nicht bauen, weil sie viele große Investitionen tätigen müsse. Lutz habe aber auch zugesagt, dass der evangelischen Kindergarten vorübergehend in der Alten Schule unterkommen könne, berichtete Andreas Brunner.

Ein Mitglied der Kirchengemeinde kritisierte, dass sich die Stadt einfach über einen Beschluss des Gemeinderates hinwegsetze. „Offiziell weiß ich als Stadtrat von dem Vorgang noch gar nichts“, rügte Thomas Denzer. Man werde sich aber dafür einsetzen, dass es bei dem Beschluss für einen Neubau bleibt. Andreas Brunner stellte klar: OB Lutz habe beim Ortschaftsrat gesagt, die Verwaltung könne den Beschluss des Gemeinderates nicht übergehen. Aber sie wolle den Neubau des Kindergartens verschieben.