Die Angst hat ein Gesicht und wenn der kleine Lars, der mit seinen Eltern Urlaub macht, sie aus ihrer Dunkelheit holt, ist sie plötzlich weniger bedrohlich. Im Rahmen der Themenreihe „Keine Angst!“ erlebten große und kleine Zuschauer am Samstag im Werkraum Schöpflin die Premiere der Eigenproduktion „Lars´ Angst oder die Rettung des Kreuzfahrtschiffes Völkerfreundschaft.“

Von Ursula König

Lörrach-Brombach. Lars Frank gilt als einer der besten Puppenspieler der Welt. Wer ihn auf der Bühne erlebt, kann nur darüber staunen, wie er mit wenigen Requisiten Kinder und Erwachsene vom ersten Moment an in seinen Bann zieht. Als Biologe Lars Mordatzki lädt er zu einer Zeitreise in die 60er Jahre ein. Ein Stehpult wird mit wenigen Griffen zum Schiff, während Frank Verabredungen mit den Kindern trifft: „Können wir uns darauf einigen, dass der weiße Stoff das Schwarze Meer ist?“

Sofort sind die Kinder eingebunden in ein Geschehen, das die Angst zum Thema hat und die kindliche Ohnmacht, nicht ernst genommen zu werden. So sind auch Lars´ Eltern freundlich, aber skeptisch, was den angeblichen Geist im Schrank betrifft. Sie gehen abends trotzdem in die Bar, um ihren Urlaub mit einem Glas Sekt zu genießen. Einzig der Kapitän weiß sehr wohl, dass es Poltergeister gibt. Die Geräusche aus dem Schrank, die Lars ängstigen, sind aber von anderer Art...

Frank nimmt die Puppen in die Hand, agiert mit ihnen und lässt sie lebendig werden. Er spielt hauptsächlich aus kindlicher Sicht und nimmt eine Ebene ein, die auf der Höhe der Kinder ist. Frank gibt Kindern keine psychologischen Ratschläge oder Tipps mit, um mit der Angst umzugehen. „Ich bin schließlich Biologe“, erklärt er. Und als solcher befragt er während des Spiels immer wieder die kindlichen Experten.

Sie erleben einen Erwachsenen, der sich an seine Kindheit erinnert und an schreckliche abendliche Geräusche aus dem Schrank. Zum Glück steht dem kleinen Lars der Kapitän bei, der sogar vor dem skeptischen Vater erklärt, es gäbe durchaus Poltergeister.

Lars überwindet sich und stellt sich seiner Angst und siehe da: Sie führt zwar ein Eigenleben, ist aber durchaus an einer Zusammenarbeit interessiert. Und mit ihr kann Lars sogar komische Momente erleben.

Lars Frank vom Puppentheater der Stadt Halle und Jörg Kunze, Musiker und Puppenspieler, präsentieren unter der Regie von Christoph Werner ein lebendiges Stück, voller Situationskomik und Einfühlsamkeit den kindlichen Ängsten gegenüber. Und sie schaffen es, Brücken zwischen Eltern und Kindern zu schlagen – mit gesundem Menschenverstand und einem verspielt wirkenden, aber dennoch effektivem, pädagogischen Ansatz.