Lörrach Die Aura von Bob Dylan gespürt

Die Oberbadische
Dieter Bös von der Konzertagentur Koko & DTK Entertainment hat seit dem Konzert von Van Morrison immer ein paar Dollarscheine als Reserve dabei. Foto: Kristoff Meller Foto: Die Oberbadische

Von Dieter Bös

Lörrach. Gefragt nach Assoziationen und Erlebnissen zum Stimmen-Festival, wird bei mir als Konzert- und Festivalbooker eine Gedankenflut ausgelöst, die kaum zu stoppen und zu bändigen ist. Begegnungen mit nationalen und internationalen Künstlern, Vertragsverhandlungen, die sich manches Mal über Monate hinzogen, manches Mal binnen Stunden zu einem Ende kamen, Gespräche mit Technikern, Journalisten, Fans und Sponsoren…

Immer noch präsent in meiner Erinnerung ist das Mittagessen mit Helmut Bürgel in der Pizzeria „Eintracht“, bei dem das Festival geboren wurde und der Name „Stimmen, Voices, Voix“ kreiert wurde, der nach den ersten Jahren zu Stimmen verkürzt wurde. An diesem Mittag vor über 20 Jahren skizzierte Helmut mir seine Idee eines Festivals, die mir sofort einleuchtete und zu der ich meine Beiträge beisteuerte. Im darauf folgenden Jahr ging es mit Joan Baez, UB 40 und Patricia Kaas auf dem Lörracher Marktplatz los.

Am eindrücklichsten von den mannigfachen Begegnungen mit vielen Akteuren der Marktplatzkonzerte war tatsächlich die Begegnung mit Bob Dylan. Ich hatte den Künstler schon in Konstanz veranstaltet und kannte dadurch seinen Stage-Manager Al Santos. Gerade als ich Al auf der Bühne des Marktplatzes begrüßte, fuhr die Limousine von Bob Dylan vor und Al fragte mich, ob ich den Künstler begrüßen möchte. Normalerweise halte ich mich immer sehr im Hintergrund und dränge mich nicht auf, aber natürlich stimmte ich zu. Und als der Künstler aus dem Auto stieg und auf Al zukam, drehte dieser sich um und stellte mich Bob Dylan vor.

Ich kann es nicht anders beschreiben, als dass ich in den darauf folgenden Minuten – länger dauerte unser Smalltalk sicher nicht – so stark wie noch nie in meinem Leben die Aura eines Menschen gespürt habe – eine wahrhaft beeindruckende Begegnung!

Ein Versehen meinerseits brachte mich vor Jahren hingegen in erhebliche Schwierigkeiten: Beim Konzert von Van Morrison war vertraglich die Barauszahlung eines größeren Betrages in US–Dollar vereinbart, damals kein ungewöhnlicher Vertragsbestandteil. Allerdings hatte ich schlicht und ergreifend diese Vereinbarung vergessen, übersehen, oder als erledigt im Kopf abgehakt.

Auf jeden Fall stand ich am Konzerttag relativ hilflos da, als die Rede plötzlich auf diesen Dollarbetrag kam. So unstrittig es war, dass dem Management der Betrag zustand, es ist nicht so ohne weiteres möglich, in Lörrach (oder auch sonst irgendwo in Deutschland) nach 18 Uhr größere Beträge in US-Dollar aufzutreiben.

Glücklicherweise war Bernhard Pauls, der langjährige Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Lörrach-Rheinfelden, in der Lage, uns in dieser Notsituation unbürokratisch zu helfen.

Stimmenchef Helmut Bürgel schaffte es, ihn zu erreichen und über die Lage zu informieren – das Konzert fand planmäßig statt, und ich konnte meinen Lieblingskünstler Van Morrison einmal mehr genießen!

Umfrage

Impfung

Was halten Sie von den Forderungen nach einer allgemeinen Corona-Impfpflicht?
Ergebnis anzeigen
loading