Lörrach Die Gäste lassen auf sich warten

 Foto: Die Oberbadische

Lörrach - Leere Zimmer und Frühstückssäle – mit Ausnahme einiger weniger Geschäftsreisenden. Das war in den vergangenen Monaten coronabedingte Realität für die Lörracher Hotelbranche. Nun dürfen endlich auch wieder Privatpersonen beherbergt werden. Die Nachfrage ist bislang jedoch sehr verhalten.

„Es gab keinen Boom, wie er von manchen angekündigt wurde. Für die kommenden Monate haben wir immer noch mehr Stornierungen als Buchungen“, sagt Rainer Wiedmer, der das Hotel „Drei König“ und das „Base 1“ betreibt, im Gespräch mit unserer Zeitung. Für die folgenden zwei Wochen seien die Zimmerpläne noch so gut wie leer.

Während der coronabedingten Schließung für Privatpersonen waren beide Hotels nur zu etwa zehn Prozent mit Geschäftsreisenden belegt – darüber hinaus noch zu günstigeren Raten: „Für 38 Euro pro Tag hatten wir auch ein paar Zimmer als Home-Office-Büros vermietet. Zusammen war das alles nicht sehr viel, doch wir waren froh über jeden Cent“, sagt Wiedmer.

Im Hotel „Meyerhof“ sind die Buchungszahlen laut Inhaberin Claudia Lianou bislang ebenfalls enttäuschend: „Ich glaube ohne die Möglichkeit, in die Schweiz oder nach Frankreich zu fahren, ist Lörrach als Reiseziel noch zu unattraktiv. Auch für Schwarzwaldreisende sind wir nicht wirklich gut positioniert. Ich hoffe, dass wir mehr Betrieb bekommen, wenn die Grenzen wieder öffnen.“

Durch den Umsatzeinbruch von bis zu 95 Prozent mussten geplante Investitionen einiger Hotels erstmal zurückgestellt werden. Vor der Corona-Pandemie stand laut Lianou im Meyerhof eine Badezimmerrenovierung an, die jetzt auf unbestimmte Zeit verschoben wurde, im „Drei König“ konnte der Plan einer neuen Klimaanlage nicht verwirklicht werden.

Frühstücksbuffets sind nicht erlaubt

Für die Wiedereröffnung mussten Hygienemaßnahmen implementiert werden: Beispielsweise gilt eine Mundschutzpflicht an der Rezeption, Fahrstühle dürfen nur zimmerweise verwendet werden und ein Frühstücksbuffet kann nicht angeboten werden. Im Meyerhof wird das Frühstück auf Bestellung an den Tisch gebracht. So wird es auch künftig in der „Pension Sieben“ in der Feldbergstraße ablaufen, nachdem Geschäftsreisende in den Wochen zuvor, nach Selbstbedienung in einem kleinen Frühstücksraum, auf ihren Zimmern das Essen einnehmen mussten, erklärt Inhaber Peter Falk.

Anders als bei den meisten Hotels gibt es hier bereits einige Buchungen für Juni. Falk: „Das hat Mut gemacht. Ich denke, das liegt daran, dass die Reisenden die angekündigten Grenzöffnungen für den 15. Juni fest einplanen.“

Während der Schließungsphase für Privatpersonen konnten aufgrund der Nähe zum St. Elisabethenkrankenhaus zusätzlich zu den Geschäftsreisenden auch einige andere Personen untergebracht werden – beispielsweise Eltern, deren Kinder stationär im „Eli“ behandelt wurden. Insgesamt führte das laut Falk zu einer Belegung von etwa 15 Prozent.

Obwohl Geschäftsreisende zu den Stammgästen des „Stadthotel Lörrach“ gehören und normalerweise bis zu 70 Prozent der Übernachtungsgäste ausmachen, konnte Inhaberin Nora-Lia Walliser in den vergangenen Wochen nur wenige Buchungen verzeichnen: „Meiner Meinung nach wurde die Möglichkeit, dass Menschen aus beruflichen Gründen noch immer Hotelzimmer buchen dürfen, nicht gut kommuniziert.

Wenn das öffentliche Leben nun wieder an Fahrt aufnimmt, bin ich sicher, dass wir auch wieder mehr Kunden haben werden.“ Bislang gebe es für die kommenden Monate allerdings nur vereinzelte Buchungen und Walliser plant, ihre Mitarbeiter – wie auch alle anderen angesprochenen Hotels – zunächst in Kurzarbeit zu belassen und nur bei Bedarf einzusetzen: „Das Kurzarbeitergeld ermöglicht uns Hotelbesitzern sehr flexibel zu sein. Das ist schon eine sehr große Hilfe.“

Das Sporthotel „Impulsiv“ öffnet am Montag, kann jedoch einige der bei den Gästen beliebten Freizeitangebote nicht anbieten: „Kontaktlose Sportarten wie Tennis und Badminton sind erlaubt. Unsere Fußballplätze und der Wellnessbereich müssen allerdings geschlossen bleiben“, erklärt Inhaber Dirk Bosselmann. Ihn störe auch, dass sich die Verordnungen „gefühlt stündlich“ ändern können.

Das Steigenberger „Hotel Stadt Lörrach“ bleibt hingegen laut Homepage weiterhin geschlossen.

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