Lörrach Die Hoffnung stirbt zuletzt

Lauffenmühle-Mitarbeiter und deren Familien demonstrieren am Firmensitz in Lauchringen für den Erhalt des traditionsreichen Textilunternehmens. Foto: Manfred Hüfner

Lauchringen/Lörrach - Noch gehen viele Beschäftigte der Lauffenmühle mit Standorten in Lauchringen und Lörrach-Brombach davon aus, ein Ende des Textilunternehmens abwenden zu können. Am Samstag gaben ihnen bei einer Protestkundgebung in Lauchringen Politik und Gemeinde Hoffnung, doch noch einen Investor zu finden.

Gut 800 Beschäftigte, Familienangehörige und Einwohner der Gemeinde Lauchringen, ebenso aber Abgeordnete vom Zweigwerk in Lörrach-Brombach, kamen zu der Veranstaltung auf dem Firmengelände am Hauptsitz in Unterlauchringen. Allen gemeinsam war der Wunsch, die mehr als 240 Arbeitsplätze zu erhalten. Einzig Lauchringens Bürgermeister dämpfte die Erwartungen. Thomas Schäuble erinnerte daran, dass die Gemeinde Lauchringen von dem Unternehmen geprägt sei. Tatsächlich stellte die Firma nach Ende des Zweiten Weltkriegs bevorzugt Flüchtlinge ein, die in dem Ort eine neue Heimat fanden und dort neue Wohnviertel errichteten. Ebenso folgte später die Integration türkischer Arbeiter, deren Familien sich dort gut integrieren konnten.

Produktionsaus Ende Juli

Nicht nur diese Leistungen sind es, die bei seiner Rede mitschwangen. Für ihn waren es zudem die innovativen Produktentwicklungen, die von den Beschäftigten bislang geleistet wurden. Mit dem Produktionsaus Ende Juli stünden sie dann ohne neuen Investor auf der Straße. Darauf müssten sie sich mit einem „Plan B“ einstellen. Das heiße auch, bis zum Ende der Produktion Leistung zu bringen sowie weiter die gewohnt hohe Qualität zu produzieren und diese Zeit durchzustehen. Nur so könne ausreichend Geld für einen Sozialplan erwirtschaftet werden. Dies alleine deshalb, weil weitere Vermögenswerte wie beispielsweise, Gebäude, Maschinen oder Hochregallager sich in ausgegliederten Unternehmensteilen befinden, die nicht in die Insolvenzmasse mehr einfließen können. Alleine Einnahmen aus dem Verkauf der Produktion füllen nun das Konto, aus dem der Sozialplan bedient werden kann.

Mit dem Satz „Ihr habt’s verdient“, stärkte IG-Metall-Gewerkschaftssekretär Franz Ritter den Mut der Lauffenmühle-Beschäftigten. Nicht aufgeben, war seine Botschaft, denn sie hätten in den vergangenen Jahren Spitzenleistungen erzielt. Er forderte alle, die an den Gesprächen mit den möglichen Investoren beteiligt sind auf, noch einmal auf diese zuzugehen, und zu sagen, wie gut die Beschäftigten sind.

„Wir sind das Kämpfen gewöhnt, wir kämpfen bis zum letzten Tag“, versicherte Betriebsratsvorsitzender Murat Atalay.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Felix Schreiner betonte, er stehe heute an der Seite der Protestierenden und sagte seine politische Unterstützung zu. Wenn eine Firma wie dieses Unternehmen nicht weiter geführt werden könne, dann laufe etwas in der Gesellschaft falsch, meinte Jonas Hoffmann, SPD-Kandidat im Wahlkreis Lörrach-Müllheim.

Einhellig warben alle Redner für eine Weiterführung des Unternehmens. Fast gleichlautend war von ihnen zu hören: „Sehr geehrte Investoren, wenn sie Qualität wollen, sturmerprobte Mitarbeiter, dann sind sie bei der Lauffenmühle richtig“.

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