Von Asia Lomartire

Lörrach. „Tatort Garten – Ödnis oder Oase?“ Das ist der Titel einer Ausstellung, die durch eine Initiative von BUND und NABU im Rathaus Lörrach gezeigt wird. Dargestellt werden von Beton dominierte Gärten (Ödnis) und Gärten, bei denen die Natur die Regie übernommen hat (Oase).

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„Der Mörder ist immer der Gärtner“, sagte Bürgermeister Michael Wilke zu Beginn der Vernissage am Donnerstaf vor zahlreichen Gästen im Foyer des Rathauses. Er könne zum Mörder werden, wenn er der Natur nicht den notwendigen Platz gebe, um sich ausbreiten zu können: Insekten, Schmetterlinge und Vögel sterben – der Garten wird zum Tatort, der Gärtner zum Mörder.

Wilke sieht keinen Grund für Steingärten. Sie seien weder schön noch kostengünstig. „Die Natur macht die ganze Arbeit kostenlos. Wir wollen sie wieder in die Stadt bringen. Aus diesem Grund haben wir Grünflachen umgestellt und acht Insektenhotels in der Stadt verteilt.“ Wilke bat darum, diese Entwicklung auch in der Stadtgesellschaft zu fördern.

Amandine Tupin (BUND) schloss sich dem an: „Die Ausstellung geht durch ganz Deutschland und will Bürger dazu anregen, selbst aktiv zu werden.“ Annette Windhausen (NABU) skizzierte eine Zukunft, in der wildes Grün dominiert: „Die Natur soll vermehrt zurück in die Stadt geholt werden“, sagte sie.

Die Ausstellung zeigt die Entwicklung vom Stein- zum Naturgarten. Von „Blickdicht sei der Gartenbau, denn er verbirgt so manches Grau’n“ über „Öde Flächen, ob groß, ob klein, laden zum Verweilen ein“ bis hin zum Ende: „Gärten von gestern, Gärten von heute sind für bequeme und fleißige Leute, wenn sie wollen ein Paradies.“ Die Sätze, die sich von Bild zu Bild ergänzen und den Werdegang zur Natur zeigen, unterstreichen die Bilder mit poetischen Worten.

Bis zum 28. März gibt es die Möglichkeit die Foto-Ausstellung zu sehen. Damit ist aber das Thema nicht abgeschlossen. Am 24. Mai findet eine Führung durch verschiedene Gärten in Stetten mit Ulrich Lacher statt. Im Nellie Nashorn werden zwei Vorträge präsentiert: am 4. Mai „Ökologisch gärtnern im Frühling“ und am 25. Mai „Die Welt der Wildbiene“. Zudem wird am 5. Mai ein Wildblumenverkauf am Alten Marktplatz stattfinden. An Pfingstmontag kann der Garten der Familie Roßkopf besucht werden sowie am 9. Juni der Schneiderhofgarten.