Lörrach Die Sinne ansprechen

Die Oberbadische

Lörrach. „Essen bedeutet mehr als satt werden.“ Im Rahmen des Demenzprojektes wird im Seniorenzentrum St. Fridolin aktuell das hauswirtschaftliche Konzept weiterentwickelt.

In Seniorenzentren, insbesondere bei dementen Menschen, hat eine gesunde Ernährung nicht mehr den gleichen Stellenwert wie beispielsweise bei jungen erwachsenen Menschen. Das Ziel im Seniorenzentrum St. Fridolin müsse laut Heimleiter Patrick Ball sein, die Bewohner zu einem genussvollen Essen und Trinken zu motivieren. Leider sei es in Einrichtungen nur selten möglich, direkt bei den Bewohnern zu kochen und so die verschiedenen Sinne wie beispielsweise Sehen und Riechen anzusprechen. Besonders durch Gerüche kann man, insbesondere bei dementen Menschen, immer wieder verschiedene Reaktionen und eine Steigerung des Appetits beobachten. Aufgrund dessen wurden im Seniorenzentrum St. Fridolin einige Ideen entwickelt. Hauswirtschaftsleiterin Angelika Rindfleisch und Küchenleiterin Martina Thomann berichten, dass Backen eine tolle Methode sei, um verführerische Düfte auf den Wohnbereichen zu erzeugen. Daher sollen künftig regelmäßig Brot oder Brötchen auf den Bereichen gebacken werden, um die Bewohner morgens mit einem verführerischen Duft aus den Zimmer zu locken. Hierzu zählt auch der Geruch von frisch aufgebrühtem Kaffee, der auf allen Wohnbereichen vor Ort zubereitet wird.

Manchen Bewohnern ist es aus den verschiedensten Gründen nicht mehr möglich mit Messer, Gabel oder Löffel selbstständig zu essen. Eine gute Alternative ist hier Fingerfood. Mit der Hand zu essen ist nichts Neues. Ein großer Teil der Menschen ernährt sich so. Daher wird auch dies gerade im Seniorenzentrum St. Fridolin geprüft und in der hauseigenen Küche an den richtigen Rezepten getüftelt.

„Aktuell kommen wir mit diesen Häppchen zu den Bewohnern“, berichtet die Küchenleiterin Martina Thomann. Hierfür wurde von einem ehrenamtlichen Mitarbeiter ein Wagen gebaut – der sogenannte Schlemmerwagen. Mit diesem Wagen und einer großen Glocke erscheinen die Mitarbeiterinnen nun regelmäßig auf den Wohnbereichen. Und nicht nur die mobilen Bewohner kommen in den Genuss der Schlemmereien – mit dem Wagen werden auch die bettlägerigen Bewohner in ihren Zimmern besucht. Auf dem Schlemmerwagen ist für alle Bewohner etwas zum Schlemmen dabei, zum Beispiel herzhafte und süße Canapés, Schokolade, Käsespieße oder leckere Säfte und Sekt. Egal ob süß oder würzig, Düfte bewirken Reaktionen – bereits ein altes Sprichwort sagt: Liebe geht durch den Magen.

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